Gräberfelder für Bestattungen nach muslimischem Ritus zur Verfügung stellen

Foto: von Boxberg
Foto: von Boxberg

Auf den bezirkseigenen Friedhöfen sollen Gräberfelder für Bestattungen nach muslimischem Ritus zur Verfügung gestellt werden, fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Tempelhof-Schöneberg in einem Antrag zur nächsten Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

Seit 2010 sind in Berlin Bestattungen nach muslimischem Ritus, also sarglose Bestattungen, möglich. Dieses Angebot ist in den letzten Jahren stark nachgefragt worden. „Bevor es diese Möglichkeit gab, haben Menschen muslimischen Glaubens ihre verstorbenen Angehörigen zumeist in die Heimatländer überführen lassen“, erklärt Bertram von Boxberg, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion. „Seit es in Berlin die Möglichkeit der sarglosen Bestattung gibt, finden immer mehr Bestattungen in der zweiten Heimat statt. Das ist ein starkes Zeichen der Integration“, betont von Boxberg.

Das Problem: Friedhöfe, die Bestattungen nach muslimischem Ritus anbieten, sind inzwischen fast vollständig belegt, weitere Flächen für muslimische Gräberfelder müssen dringend gefunden werden. „Hier kommt den bezirklichen Friedhöfen eine wichtige Rolle zu“, ergänzt von Boxberg. „Es wäre gut und im Sinne der Integration, wenn auch der Bezirk Tempelhof-Schöneberg konkrete Angebote machen könnte und entsprechende Gräberfelder für sarglose Bestattungen ausweisen würde.“

Diese Gräberfelder für Bestattungen nach muslimischem Ritus sollten, so der Antrag, auf Friedhöfen zur Verfügung stellt werden, auf denen auch Bestattungen anderer Religionen oder religionsfreie Bestattungen durchgeführt werden. Keinesfalls dürften Friedhöfe entstehen, auf denen ausschließlich muslimische Bestattungen durchgeführt werden. „Das könnte als eine Ghettoisierung verstanden werden und wäre nicht im Sinne der Integration“, meint von Boxberg weiter.