Erinnerung ans Maison de Santé wachhalten

Foto: von Boxberg
Foto: von Boxberg

Mit einer Gedenktafel am Gebäude Hauptstraße 14-15 will die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Tempelhof-Schöneberg an das von 1863 bis 1919 dort betriebene Maison de Santé und seinen Gründer Eduard Levinstein (1831-1882) erinnern. Einen entsprechenden Antrag haben die Grünen für die nächste Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im April gestellt.

„Die Geschichte des unter Denkmalschutz stehenden Hauses, das zu den ältesten noch erhaltenen Gebäuden Schönebergs gehört, sollte den Menschen, die täglich daran vorbei gehen, nahegebracht werden“, erklärt Bertram von Boxberg, kulturpolitischer Sprecher der Grünen.

Die 1863 von Eduard Levinstein gegründete „Kur- und Heilanstalt für Gemütserkrankungen“ war eine der ersten privaten Anstalten im Berliner Raum und erwarb sich über Berlin heraus einen hervorragenden Ruf. Levinstein wandte in seiner Klinik moderne Behandlungsmethoden an. So verzichtete er als erster Nervenarzt in Deutschland auf die bis dahin praktizierten mechanischen Zwangsmaßnahmen bei psychisch Kranken. Er befasste sich auch mit der Beschreibung und Therapie der Morphiumsucht. Eine 1989 veröffentlichte Publikation über die Maison de Santé vom Museum Tempelhof-Schöneberg ist leider inzwischen vergriffen.

Der BVV soll bis zur Sitzung im Juni 2022 zum Stand des Antrags berichtet werden.