Ein Ehrengrab für Helga Goetze

Foto: CC BY-SA 4.0 Helga Goetze 1987
Foto: CC BY-SA 4.0 Helga Goetze 1987

Das Grab der Künstlerin, Schriftstellerin und politischen Aktivistin Helga Goetze auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof soll zum Ehrengrab umgewidmet werden. Dafür möge sich das Bezirksamt bei den zuständigen Stellen einsetzen, fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einem gemeinsamen Antrag mit der der SPD für die nächste Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Bertram von Boxberg, kulturpolitischer Sprecher der Grünen, erklärt dazu: „Am 12. März 2022 wäre Helga Goetze 100 Jahre alt geworden. Es ist wichtig, dass sich Menschen mit ihr, ihrer Biographie und ihrem Werk befassen, vor allem auch jüngere Menschen. Auch dazu soll ihr Ehrengrab dienen.“

Goetze erlangte in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts bundesweite Aufmerksamkeit mit ihren Aktionen zur sexuellen Befreiung. In Berlin begann sie 1978 mit ihrer tägliche Mahnwachen zur sexuellen Befreiung der Frau vor der Technischen Universität und der Berliner Gedächtniskirche abzuhalten. Wie kaum eine andere Feministin steht sie für Selbstermächtigung, was sie radikal einforderte, war es doch das Ergebnis ihres eigenen Erlebens. Insoweit nimmt Helga Goetze eine wichtige Stellung für die Emanzipation zum Ende des 20sten Jahrhunderts ein. „Auf dem Alten St-Matthäus-Kirchhof gibt es 50 Ehrengräber. Nur drei davon sind Ehrengräber für Frauen. Es ist an der Zeit, dieses Ungleichgewicht zumindest abzumildern“, betont von Boxberg.