Die Antwort auf die Bücherschändung der Neonazis: noch mehr antifaschistische Literatur in die Bibliotheken

Foto: CC BY-SA 2.0 License. Gunnar Klack
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Auf die Zerstörung von Büchern mit antifaschistischem Inhalt in der Bezirkszentralbibliothek in der Götzstraße kann es nach Auffassung der Grünen nur eine Antwort geben: noch mehr antifaschistische Literatur als bisher für alle Büchereien des Bezirks anschaffen. Einen entsprechenden Antrag bringt die grüne Fraktion nun in die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg ein.

In der Bezirkszentralbibliothek hatten Neonazis nach bisherigen Erkenntnissen zunächst unbemerkt mindestens zehn Bücher zerstört, dazu ihre Hetzflugblätter hinterlassen. Zerstört wurden unter anderem Patrick Schlaffers „Hass. Macht. Gewalt: Ein Ex-Nazi und Rotlicht-Rocker packt aus“, „Denken statt denkmalen: Gegen den Denkmalwahn der Deutschen“ von Wolfgang Wippermann und Lou Zuckers „Clara Zetkin – eine rote Feministin“. Die konkrete Forderung der Grünen: Von jedem zerstörten Titel werden 30 neue Exemplare angeschafft und unter allen Büchereien des Bezirks verteilt.

Bertram von Boxberg, für die Grünen Mitglied des Kulturausschusses der BVV: „Es war richtig, dass die Bibliothek diesen Fall von Bücherschändung publik gemacht hat, es war gut, dass der zuständige Bezirksstadtrat diese Untat öffentlich verurteilt hat. Auch die Bezirksverordnetenversammlung wird sicher klare Worte finden. Aber den Worten müssen wir auch Taten folgen lassen. Und diese Tat kann hier nur darin bestehen, dass wir die Literatur, die den Nazis ein Dorn im Auge ist, jetzt gerade verstärkt verbreiten.“