EUREF-Planung: Tragfähiger Kompromiss zwischen Kiez-Bedürfnissen und Investor-Interessen

Foto: Wikimedia Commons
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Mit der „Feststellung der Planungsreife“ für das EUREF-Gelände hat die Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung einem tragfähigen Kompromiss zwischen den Bedürfnissen des Kiezes der „Roten Insel“ und den Interessen des Investors zugestimmt. Diese Einschätzung vertrat Rainer Penk, Vorsitzender der bündnisgrünen Fraktion, zur jetzt gefassten BVV-Entscheidung. „Auf dieser Grundlage können ein historisch gewachsener Kiez und Berlins modernster Industriepark mit dem Schwerpunkt auf erneuerbare Energien in guter Nachbarschaft zusammenwachsen“, meinte Penk.

Es seien zwar nicht alle vorgetragenen Anwohner*innenwünsche im Verhältnis 1:1 umgesetzt worden und eventuell hätte man über einzelne Details des Vorhabens noch länger verhandeln können, räumte Penk dabei ein. Aber entscheidend sei, dass ein jahrelanges Tauziehen nun ein Ende gefunden habe. Der grüne Fraktionsvorsitzende: „Es waren unsere Fraktion und die von uns gestellten Stadträte, die in den vergangenen Jahren den Anliegen der Anwohner*innen Gehör verschafften und in den schwierigen Verhandlungen eine Stimme gaben. Demgegenüber waren SPD und CDU immer wieder bereit, alle Wünsche des Investors widerspruchlos zu erfüllen, auch dann, wenn damit gegen geltendes Baurecht verstoßen worden wäre.“

Als Erfolge grüner Beharrlichkeit wertete Penk das Durchwegerecht für die Anwohner*innen und den Wegfall der Planstraße. Das bringt dem Bezirk nun zusätzlichen Raum für die soziale Infrastruktur, zum Beispiel für die Einrichtung eines Sportplatzes. Außerdem konnte der Investor zur Instandsetzung der Torgauer Straße verpflichtet werden.

Entgegen anderslautenden Behauptungen käme auch der Denkmalschutz bei der gegenwärtigen Planung nicht zu kurz. Rainer Penk: „Innerhalb des Stahlgerüstes des Gasometers werden zwar 9000 Quadratmeter mehr Bürofläche, als ursprünglich vom Bezirk gewollt, entstehen, doch auch damit gibt es noch längst keine komplette Innenbebauung und der Charakter des Gerüstes bleibt erhalten. Im Übrigen war der Originalzustand des Gasometers eben auch kein leeres Stahlgerüst, sondern hatten sich ursprünglich darin die gewaltigen Gastanks befunden, die erst viel später abgerissen wurden.“ Im Gegenzug zur Bewilligung des Gasometerinnenausbaus habe der Investor auf den Bau von 28.000 Quadratmetern Bürofläche in weiteren Bürotürmen verzichtet. Dadurch bliebe auf dem EUREF-Gelände vorhandene historische Bausubstanz auch für die Zukunft gesichert.