
Für mehr Verkehrssicherheit für den Fuß- und Radverkehr und mehr Lebensqualität für Anwohnende will die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit der Anordnung von Tempo 30 auf der Bundesallee zwischen Sarrazinstraße und der Kreuzung Schmiljanstraße/Friedrich-Wilhelm-Platz sowie auf der gesamten Schmiljanstraße sorgen. Das Bezirksamt soll sich dafür bei den zuständigen Stellen einsetzen, beantragen die Grünen in der nächsten Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Annabelle Wolfsturm, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen für Fußverkehr: „Für die beantragten Abschnitte sprechen mehrere konkrete Gründe für Tempo 30: Schutz von Kindern und Jugendlichen auf dem Weg zu Kita, Schule und Jugendzentrum sowie die Entlastung für Anwohnende durch viel Autoverkehr und Lärm und die Verminderung der Unfallrisiken.“
Mit der Kita Fri-Willi sowie dem Kinder- und Jugendzentrum Burg befinden sich dort sensible Einrichtungen mit direktem Zugang zur Straße, sagt die Grüne-Verkehrspolitikerin. An diesen Orten halten sich regelmäßig Kinder und Jugendliche auf, die in besonderem Maße auf ein sicheres und übersichtliches Verkehrsumfeld angewiesen sind. Annabelle Wolfsturm betont: „Eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ist daher von besonderer Bedeutung, um die Sicherheit beim Bringen und Abholen, beim Ankommen und Verlassen der Einrichtungen sowie bei spontanen Querungen zu erhöhen. Dies gilt auch auf Grund der hohen Verkehrsbelastung der Bundesallee am Friedrich-Wilhelm-Platz mit über 24.000 Kfz an Werktagen. Gerade auf hochfrequentierten Hauptverkehrsstraßen führt Tempo 30 zu einem Sicherheitsgewinn, weil Reaktionswege verkürzt und die Folgen möglicher Unfälle deutlich gemindert werden.“
Darüber hinaus verläuft für viele Schülerinnen und Schüler der Schulweg zum Paul-Natorp-Gymnasium in der Goßlerstraße über die Bundesallee an genau dieser Stelle. „Die sichere Querung einer stark befahrenen Straße ist für Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg von zentraler Bedeutung. Auch deshalb ist eine Geschwindigkeitsreduzierung hier geboten“, so Wolfsturm.
Tempo 30 ist zudem ein wichtiger Beitrag zur Verkehrsberuhigung und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Friedrich-Wilhelm-Platz. Annabelle Wolfsturm: „Der Platz ist ein wertvoller Aufenthaltsort in Friedenau, einem Ortsteil, der mit wohnungsnahen öffentlichen Grünflächen unterversorgt ist. Die gegenwärtige hohe Verkehrs- und Lärmbelastung mit über 70 Dezibel im gewichteten 24-Stunden-Mittel beeinträchtigt diese Funktion erheblich. Die Geschwindigkeitsreduzierung leistet einen wirksamen Beitrag zur Minderung der Belastung für Anwohnende, Passant*innen.“
Auch aus Sicht des Radverkehrs ist Tempo 30 nach Ansicht der Grünen an dieser Stelle erforderlich. Aufgrund der mangelhaften Verkehrsinfrastruktur für den Fuß- und Radverkehr in südlicher Richtung weichen Radfahrende auf die Fahrbahn aus. „Diese faktische gemeinsame Nutzung der Fahrbahn durch Auto- und Radverkehr macht eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig“, sagt die Grünen-Politikerin.
„Auf der Schmiljanstraße ist Tempo 30 als Lückenschluss anzuordnen. Die Distanz zwischen dem beantragten Tempo-30-Abschnitt am Friedrich-Wilhelm-Platz und der Saarstraße, auf der bereits Tempo 30 gilt, beträgt weniger als 500 Meter“, begründet Annabelle Wolfsturm die Forderung der Grünen. Eine einheitliche Geschwindigkeitsregelung würde den Verkehrsablauf verstetigen und nachvollziehbarer machen. Zugleich würde sie die Lärmbelastung für die Anwohnenden der Schmiljanstraße senken und die sichere Querung der Straße verbessern, insbesondere für den Fuß- und Radverkehr im Bereich der Handjerystraße. „Beide beantragten Tempo-30-Anordnungen sind rechtlich durch die Straßenverkehrsordnung gedeckt“, betont Annabelle Wolfsturm.