
Die Marienfelder Allee ist eine zentrale Nord-Süd-Verbindung im Bezirk und hat eine hohe Bedeutung für den Umweltverbund, insbesondere für den Rad- und Fußverkehr. Gleichzeitig ist sie als Bundesstraße 101 stark durch den motorisierten Individualverkehr sowie durch Liefer- und Schwerlastverkehr belastet. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt in der nächsten Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einen Katalog von wirksamen Maßnahmen, um die Verkehrssicherheit für den Rad- und Fußverkehr zu erhöhen. Astrid Bialluch-Liu, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen für Radverkehr: „Dazu gehört eine beidseitig geschützte Radverkehrsanlage, zusätzliche barrierefreie und gesicherte Querungsmöglichkeiten für den Fußverkehr und die durchgehende Anordnung von Tempo 30 für mehr Verkehrssicherheit sowie Lärm- und Gesundheitsschutz.“
Die bestehende Infrastruktur wird nach Ansicht der Grünen den Anforderungen an eine sichere und gleichberechtigte Nutzung durch alle Verkehrsteilnehmenden derzeit nicht gerecht. Die Marienfelder Allee ist Bestandteil des Ergänzungsnetzes für den Radverkehr gemäß Radverkehrsplan und zugleich eine Hauptstraße, auf der nach dem Mobilitätsgesetz eine sichere Radinfrastruktur eingerichtet werden soll. „Radfahrende sind derzeit jedoch häufig gezwungen, im Mischverkehr mit Kraftfahrzeugen zu fahren und werden dabei nicht selten mit unzureichendem Sicherheitsabstand überholt“, betont Astrid Bialluch-Liu. Zudem bestehe durch parkende Autos ein erhöhtes Risiko sogenannter Dooring-Unfälle, wenn Kraftfahrzeugtüren unachtsam geöffnet werden.
Auch für den Fußverkehr stellt die Marienfelder Allee eine zentrale Wegeverbindung dar. Astrid Bialluch-Liu: „Zahlreiche Einrichtungen wie Schulen, Kitas, soziale und gesundheitliche Infrastruktur befinden sich dort. Im geplanten Fußverkehrsplan wird der Bereich deshalb als Gebiet mit hohem Querungsbedarf eingestuft und ist demzufolge als Teil des Vorrangnetzes für den Fußverkehr klassifiziert worden. Schon aufgrund der Länge der Marienfelder Allee ergibt sich ein besonderer Bedarf an sicheren und barrierefreien Querungen wie Ampeln und Fußgängerüberwegen.“
Und auch durch oft überhöhte Geschwindigkeiten durch Autos und Laster werden Zufußgehende und Radfahrende gefährdet. „Die Allee ist zudem Schulweg. Die Anordnung von Tempo 30 auf der gesamten Strecke reduziert nachweislich das Unfallrisiko und führt zur spürbaren Entlastung der Anwohnenden durch geringere Lärmbelastung und verbesserte Luftqualität“, erklärt die Grünen-Politikerin.
Mit dem BVV-Antrag wollen die Grünen auch das zivilgesellschaftliche Engagement vor Ort unterstützen. Astrid Bialluch-Liu: „Das Bündnis Marienfelder Allee, bestehend aus örtlichen Initiativen sowie Anwohnenden, setzt sich seit geraumer Zeit mit regelmäßigen Aktionen und Demonstrationen für eine sichere Umgestaltung der Marienfelder Allee ein. Deshalb müssen die zuständigen Stellen endlich handeln und für mehr Verkehrssicherheit sorgen.“