
Die aktuelle Hitzewelle führt Berlin erneut vor Augen, dass die Folgen des Klimawandels längst Realität sind. Gerade Kinder, ältere Menschen und Beschäftigte in öffentlichen Einrichtungen leiden unter den zunehmenden Hitzebelastungen. Deshalb hat die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen zum Hitzeschutz beschlossen.
Doch ausgerechnet bei den bezirklichen Gebäuden, für die die Serviceeinheit Facility Management (SE FM) unter Leitung der Stadträtin Eva Majewski (CDU) verantwortlich ist, bleiben wichtige BVV-Beschlüsse offenbar liegen.
Im FM-Ausschuss am 23.06.2026 wurde deutlich, dass zu mehreren beschlossenen Anträgen der GRÜNEN Fraktion bislang keine Mitteilung zur Kenntnisnahme (MzK) vorliegt. Eine solche MzK dokumentiert normalerweise den Abschluss der Bearbeitung durch das Bezirksamt.
Betroffen sind unter anderem die BVV-Beschlüsse:
- „Klimafreundlicher Hitzeschutz: Passive Kühlung für bezirkliche Gebäude“
- „Schulen im Klimawandel: Hitzeschutz und Prävention“
- „Erprobung von Wärme-Kältespeichertechnologien in öffentlichen Gebäuden ermöglichen“
- „Bezirkliche Immobilien im Klimawandel: Hitzeschutz und Prävention“
- „Hitzeschutz mitdenken“
Martina Zander-Rade, Sprecherin der GRÜNEN Fraktion für FM und Schule, erklärt: „Besonders in unseren Schulen müssen Maßnahmen zum Hitzeschutz endlich umgesetzt werden. Es sind die Kinder, die an heißen Tagen in aufgeheizten Klassenräumen sitzen und unter den Folgen der Rekordtemperaturen leiden. Angesichts immer häufiger auftretender Hitzewellen können wir uns weiteres Zuwarten nicht leisten.“
Die GRÜNEN verweisen darauf, dass die BVV bereits vor Jahren die Bedeutung von Hitzeschutz und Klimaanpassung erkannt hat, denn auf ihre Initiative hin mit SPD und Linken wurde ein bezirklicher Hitzeschutzplan auf den Weg gebracht. Der Bezirk wirbt mittlerweile selbst für Hitzeschutzmaßnahmen und so genannte „Kühle Räume“. Umso unverständlicher sei es, dass konkrete Beschlüsse zur klimaangepassten Sanierung und Ausstattung bezirklicher Gebäude offenbar nicht prioritär bearbeitet werden.
Bertram von Boxberg, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN und Mitglied im FM-Ausschuss, dazu: „Der Bezirk weiß längst, dass Hitze eine der größten gesundheitlichen Folgen der Klimakrise ist. Die BVV hat deshalb klare Aufträge erteilt. Wenn Jahre später zentrale Beschlüsse noch immer nicht abgeschlossen bearbeitet sind, stellt sich die Frage nach den politischen Prioritäten der zuständigen Stadträtin.“
Besonders bemerkenswert: Auch der BVV-Beschluss „Hitzeschutz mitdenken“, der auf einen Antrag der CDU-Fraktion zurückgeht, wurde bislang nicht abgeschlossen bearbeitet. Im Ausschuss verwies Stadträtin Majewski darauf, dass bei Neubauten und Sanierungen die gesetzlichen Vorgaben zum Klima- und Hitzeschutz eingehalten würden.
„Die Klimakrise verlangt mehr als das bloße Abarbeiten gesetzlicher Mindeststandards. Die BVV hat konkrete Maßnahmen beschlossen, um Schulen, Verwaltungsgebäude und andere öffentliche Einrichtungen besser gegen Hitze zu schützen. Diese Aufträge müssen endlich ernst genommen und umgesetzt werden“, so Zander-Rade.