Tempo 30 auf der Marienfelder Allee beibehalten

Foto: von Boxberg

Auf Initiative der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will sich nun die Zählgemeinschaft aus GRÜNEN, SPD und Die Linke gegen die Anordnung der Senatsverkehrsverwaltung von Tempo 50 tagsüber auf der Marienfelder Allee zwischen Belßstraße und Friedenfelser Straße wehren. Tempo 30 soll nach Ansicht des Verkehrssenats nur noch nachts gelten. Die beiden verkehrspolitischen Sprecherinnen für Fußverkehr und Radverkehr der GRÜNEN, Annabelle Wolfsturm und Astrid Bialluch-Liu: „Die bestehende Tempo‑30‑Anordnung auf der Marienfelder Allee in diesem Abschnitt muss ganztägig aufrechterhalten bleiben. Dies ist insbesondere aufgrund der zahlreichen Kindertagesstätten und Schulen im Umfeld dringend erforderlich!“

Mit einem gemeinsamen Antrag in der nächsten Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wollen GRÜNE, SPD und Die Linke ein Umdenken beim Verkehrssenat erwirken. Das Bezirksamt soll sich für die ganztägige Beibehaltung von Tempo 30 einsetzen. Im Umfeld der Marienfelder Allee befinden sich mehrere Kindertagesstätten, eine Förderschule, zwei Grundschulen, eine Oberschule, das große Übergangswohnheim sowie weitere soziale Einrichtungen. „Viele Kinder, Eltern und Betreuungspersonen nutzen täglich Wege, die die Marienfelder Allee queren oder dort entlangführen. Die bestehende ganztägige Tempo‑30‑Anordnung trägt wesentlich zur Verkehrssicherheit in diesem sensiblen Bereich bei und schützt insbesondere Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf“, sagt Annabelle Wolfsturm.

Zudem bestehen entlang dieses Abschnitts keine gesonderten Radverkehrsanlagen. Astrid Bialluch-Liu: „Radfahrende müssen die Fahrbahn gemeinsam mit dem motorisierten Verkehr nutzen. Eine Erhöhung der zulässigen Geschwindigkeit am Tage würde die Konfliktlage zwischen Kfz‑ und Radverkehr deutlich verschärfen und die Sicherheit aller ungeschützten Verkehrsteilnehmenden weiter beeinträchtigen.“

„Die von der Senatsverwaltung geplante Beschränkung auf eine reine Nachtregelung würde daher sowohl den Schutz aller Schüler*innen und der Kita‑Kinder aus dem Umfeld als auch die Sicherheit des Radverkehrs schwächen“, erklärt Astrid Bialluch-Liu. „Eine Aufrechterhaltung der ganztägigen Geschwindigkeitsbegrenzung ist notwendig, um die Verkehrssicherheit im Umfeld der sozialen Einrichtungen zu gewährleisten und die Situation für Radfahrende nicht weiter zu verschlechtern.“

Erst in der April-Sitzung der BVV hatten die GRÜNEN einen ganzen Katalog von wirksamen Maßnahmen beantragt, um die Verkehrssicherheit für den Rad- und Fußverkehr zu erhöhen. Der Antrag wurde in den Ausschuss für Straßen und Verkehr überwiesen. GRÜNEN-Politikerin Astrid Bialluch-Liu: „Es kann nicht sein, dass aufgrund einer einzigen Beschwerde von Tempo 30 auf Tempo 50 erhöht wird, während wir uns und das Bündnis Marienfelder Allee, in dem unterschiedliche Initiativen und Anwohnende vertreten sind, für eine sichere Umgestaltung der Marienfelder Allee einsetzen.“

Bis zur Juli-Sitzung soll der BVV berichtet werden.