
Seit 2008 steht das Kathreiner-Hochhaus am Kleistpark in Schöneberg leer. Jetzt schlagen die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg vor zu prüfen, ob eine Nutzung des Kathreiner-Hauses für Wohnzwecke möglich und sinnvoll wäre.
Bertram von Boxberg, Grünen-Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Mietenpolitik: „Als Bürogebäude reiht sich das Kathreiner-Haus ein in die zwei Millionen Quadratmeter leerstehenden Büroflächen, die es in Berlin gibt. Das Besondere: Hier ist nicht die Privatwirtschaft für den Leerstand verantwortlich ist, sondern das Land Berlin, dem das Haus gehört.“ Ende 2025 wurden die Pläne aufgegeben, im Gebäude das Berliner Verwaltungsgericht unterzubringen. Seitdem ist absehbar, dass das Kathreiner-Haus auch weiterhin nicht genutzt wird.
Mit ihrem Antrag in der nächsten Bezirksverordnetenversammlung (BVV) empfehlen die Grünen dem Bezirksamt, sich beim Senat auch für eine Prüfung einzusetzen, ob nicht auch eine bezirkliche Nutzung von Räumen in dem Gebäude möglich wäre, zum Bespiel für die Gertrud-Kolmar-Bibliothek, die immer noch einen neuen Standort sucht.
Das Kathreiner-Haus an der Potsdamer Straße 186-192 im Ortsteil Schöneberg ist nach der Erbauerin, der Kathreiner Malzkaffee-Fabrik GmbH, benannt. Es wurde 1928 bis 1930 vom Berliner Atelier für Architektur Bruno Paul im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ entworfen und erbaut.
Das Land Berlin lässt das denkmalsgeschützte Gebäude immer mehr verfallen. Erst kürzlich wurde an der Fassade ein Netz angebracht, damit herabfallende Fassadensteine aufgefangen werden und keine Menschen gefährden.
Bertram von Boxberg: „Der Verfall und der Leerstand des Hauses müssen beendet werden. Warum also nicht zumindest mal untersuchen, ob diese seit zwei Jahrzehnten leerstehenden Büroflächen zumindest teilweise in Wohnraum umgewidmet und umgewandelt werden können? Statt immer neue Fantasien zu entwickeln, das Tempelhofer Feld zu bebauen, wäre hier die Möglichkeit gegeben, ein bereits vorhandenes Gebäude zu Wohnzwecken und für bezirkliche Bedürfnisse wie die Bibliothek zu nutzen“, betont der Grünen-Politiker und fügt hinzu: „Vollkommen neue Wohnformen wären möglich. Alles besser als Leerstand!“