Ein zentrales Ziel der sozialen Wohnhilfe ist die Vermeidung des Verlusts der Wohnung, auch durch frühzeitiges Erkennen, wenn dieser droht. „Ein wesentliches Mittel der sozialen Wohnhilfe ist die aufsuchende Arbeit. Sie ist vor allem wichtig bei Menschen, die auf anderem Wege nicht mehr oder nur schwer zu erreichen sind“, erklärt Bertram von Boxberg, Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Damit diese aufsuchende Arbeit in Tempelhof-Schöneberg konsequent und systematisch erfolgen kann, ersuchen wir das Bezirksamt, eine Konzeption dafür zu erarbeiten.“
Die Konzeption soll nach Auffassung der Grünen auf Grundlage der Zielvereinbarung zur gesamtstädtischen Steuerung und Weiterentwicklung der Fachstellen Soziale Wohnhilfe erfolgen. Sie sollte auch den Einsatz personeller und zeitlicher Ressourcen zum Inhalt haben, beantragt die Grünen-Fraktion in der nächsten Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Das Bezirksamt soll dem zuständigen Ausschuss die Konzeption bis September vorlegen.
„Digitalisierung ist auch bei der sozialen Wohnhilfe wichtig und richtig. Aber viele Menschen befinden sich aufgrund bestimmter Lebensumstände in einer Ausnahmesituation, öffnen Briefe nicht und nehmen keine Hilfsangebote von sich aus mehr wahr“, sagt Bertram von Boxberg, der auch Sprecher für Mietenpolitik ist.
Von Boxberg: „Deshalb ist diese bezirkliche Konzeption für Tempelhof-Schöneberg unabdingbar. Nur durch die aufsuchende Arbeit ist oftmals eine aktive Kontaktaufnahme zu Menschen möglich, denen ein Wohnungsverlust droht. Insofern ist es konsequent, dass die aufsuchende Arbeit in der Zielvereinbarung ausdrücklich gefordert wird.“