Senat streicht Parkläuferprogramm: GRÜNE Fraktion protestiert mit Offenem Brief dagegen

Foto: Meißner

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der BVV Tempelhof-Schöneberg protestiert entschieden gegen die Pläne des Berliner Senats, das erfolgreiche Parkläuferprogramm im kommenden Haushalt vollständig zu streichen. In einem Offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner, die Senatorin Ute Bonde sowie den Senator Stefan Evers fordert die Fraktion den Erhalt dieses bewährten Programms.

„Das Parkläuferprogramm hat sich seit 2016 als wirksames und unverzichtbares Instrument bewährt, um unsere Grünanlagen zu schützen. Wer es jetzt streicht, riskiert einen Rückfall in alte Zeiten von Vermüllung, Vandalismus und Nutzungskonflikten“, erklärt Dennis Mateskovic, Sprecher für Umwelt und Klimaschutz.

In Tempelhof-Schöneberg sind die positiven Effekte deutlich spürbar. In Schöneberg konnten die Parkläufer*innen insbesondere im Heinrich-von-Kleist-Park, im Alice-Salomon-Park, im Nelly-Sachs-Park und im Kurt-Hiller-Park die Sauberkeit verbessern, Nutzungskonflikte entschärfen und zugleich das Bewusstsein für den Wert dieser städtischen Oasen stärken. Auch im stark belasteten Bereich rund um die Apostel-Paulus-Kirche hat ihre Präsenz einen entscheidenden Unterschied gemacht. In Mariendorf wiederum hat sich der Volkspark Mariendorf von einem Ort, der lange von Vandalismus, Vermüllung und Drogenkonsum geprägt war, zu einer beliebten, sicheren und lebendigen Grünanlage entwickelt. Maßgeblich dafür war die kontinuierliche Arbeit der Parkläufer*innen, die dort gemeinsam mit baulichen Sanierungen für eine nachhaltige Verbesserung gesorgt haben.

„Die Streichung dieses Programms gefährdet all diese Erfolge massiv. Unsere Bezirksämter können den Wegfall weder personell noch finanziell kompensieren“, warnt Ingeborg Hofer-Hutter-Hutter, Sprecherin für Grünanlagen.

Die Grünen-Fraktion betont, dass Berliner Grünanlagen unverzichtbare Rückzugsräume für Erholung, Gesundheit und Klimaanpassung sind. Gerade in dicht besiedelten Stadtteilen, in denen viele Menschen keine eigenen Gärten oder Balkone haben, erfüllen sie eine überragende Bedeutung. „Die Parkläufer*innen fördern Rücksichtnahme, schaffen Sicherheit und stärken den Erhalt unserer Stadtgrünflächen. Ihre Streichung wäre ein Rückschritt, den sich Berlin nicht leisten darf“, unterstreicht Dennis Mateskovic, Sprecher für Umwelt und Klimaschutz.

Mit ihrem Offenen Brief setzen die Grünen in Tempelhof-Schöneberg daher ein klares Zeichen und appellieren eindringlich an den Senat, das Parkläuferprogramm fortzuführen und so die Qualität und Zukunftsfähigkeit des Berliner Stadtgrüns zu sichern.

*****************************************************************************************************************

Offener Brief für den Erhalt des Parkläuferprogramms

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Wegner, sehr geehrte Frau Senatorin Bonde, sehr geehrter Herr Senator Evers,

mit großem Befremden und ebenso großer Sorge haben wir die Berichterstattung der Berliner Morgenpost über die geplante Streichung des erfolgreichen Parkläuferprogramms durch den Berliner Senat zur Kenntnis genommen.

Das Parkläuferprogramm, das seit 2016 in zahlreichen Berliner Grünanlagen aktiv ist, hat sich in vielfacher Hinsicht bewährt. Es wird von den Berliner*innen außerordentlich geschätzt und die Parkläufer*innen sind längst zu wichtigen Ansprechpersonen für unterschiedlichste Anliegen in den betreuten Anlagen geworden. Allein in unserem Bezirk – bislang in Schöneberg und Mariendorf – haben sie maßgeblich dazu beigetragen, soziale Konflikte zu entschärfen, Vandalismus einzudämmen und die zunehmende Vermüllung unserer Grünflächen spürbar zu reduzieren. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag zu Zielen, die auch Ihr Senat ausdrücklich verfolgt und die in unserer Bezirksverordnetenversammlung parteiübergreifend breite Unterstützung finden.

Umso unverständlicher ist für uns die Entscheidung der zuständigen Senatsverwaltungen, die Mittel für dieses Programm im kommenden Haushaltsentwurf vollständig zu streichen. Dies schwächt nicht nur das gesamte Parkmanagement, sondern bedeutet auch einen Rückschritt in der verantwortungsvollen Pflege unserer Grünanlagen. Eine solche Entscheidung wird unweigerlich zu einer Verschlechterung des Zustands des Berliner Stadtgrüns führen und unsere Bezirksämter sind nicht in der Lage, diesen Wegfall aus eigenen Mitteln aufzufangen.

Besonders deutlich zeigt sich dies in Tempelhof-Schöneberg an folgenden Orten:

In Schöneberg sind Grünanlagen wie der (gerade für viel Geld denkmalgerecht sanierte) Heinrich-von-Kleist-Park, der Alice-Salomon-Park, der Nelly-Sachs-Park und der Kurt-Hiller-Park unverzichtbare Rückzugsorte. Gerade in einem dicht besiedelten Stadtteil, in dem viele Menschen keine eigenen Naherholungsflächen besitzen und zunehmend unter sommerlicher Hitze leiden, erfüllen sie eine zentrale Funktion. Hier und im stark belasteten Bereich rund um die Apostel-Paulus-Kirche haben die Parkläufer*innen durch ihre Präsenz und ihre Bildungsarbeit nicht nur die Sauberkeit verbessert und Nutzungskonflikte reduziert, sondern auch das Bewusstsein für den Wert und Erhalt unserer Grünanlagen gestärkt.

In Mariendorf war der Volkspark Mariendorf lange Zeit geprägt von Vandalismus, Vermüllung und Drogenkonsum. Erst durch den Einsatz der Parkläufer*innen konnte die Situation nachhaltig verbessert werden. Gemeinsam mit baulichen Sanierungen haben sie wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Grünanlage zu einem Ort des Miteinanders entwickeln konnte.

All diese Erfolge sind nun durch die geplante Streichung akut gefährdet.

Wir bitten Sie daher mit allem Nachdruck: Erhalten Sie das Parkläuferprogramm!

Es ist ein unverzichtbares Instrument, um Natur, Erholung und ein friedliches Miteinander in den Berliner Grünanlagen dauerhaft in Einklang zu bringen.

Mit freundlichen Grüßen

Ronja Losert und Bertram von Boxberg
Fraktionsvorsitzende

Dennis Mateskovic
Sprecher für Umwelt und Klimaschutz

Ingeborg Hofer-Hutter
Sprecherin für Grünanlagen