
Es ist sozusagen „fünf vor zwölf“ für die Zukunft der beliebten Kultur- und Bildungseinrichtung Urania in Schöneberg, findet nicht nur die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Bertram von Boxberg Grünen-Fraktionsvorsitzender betont: „Der Senat muss jetzt schnell eine Finanzierungszusage für die Sanierung des Gebäudes der Urania über 32,75 Mio. Euro geben. Ansonsten verfallen die vom Bund in gleicher Höhe zugesagten Gelder Ende des Jahres.“
Mit einem Antrag in der nächsten Bezirksverordnetenversammlung (BVV) empfehlen die Grünen dem Bezirksamt, sich beim Senat für die Finanzierung durch das Land Berlin dafür starkzumachen. „Das Gebäude der Urania ist dringend sanierungsbedürftig. Ohne eine solche Grundsanierung ist der Fortbestand von Berlins ältester Bildungseinrichtung akut gefährdet“, sagt Bertram von Boxberg. Das Geld des Bundes fließt aber nur, wenn das Land Berlin sich mit der gleichen Summe an dem Sanierungsprojekt beteiligt. Noch aber gibt es vom Senat keine Finanzierungszusage. Bertram von Boxberg: „Das bedeutet, dass die Gefahr besteht, dass die Gelder des Bundes Ende 2026 verfallen.“
Die Berliner Gesellschaft Urania wurde 1888 mit dem Ziel gegründet, wissenschaftliche Erkenntnisse auch einem Laienpublikum zugänglich zu machen. Bertram von Boxberg: „Mit ihrem weit gefächerten Programm ist die Urania heute eine über Berlin und Deutschland hinaus bekannte gemeinnützige Bildungseinrichtung. Ungefähr 200.000 Besucher*innen aller Altersstufen nehmen jährlich an den rund 1.300 Veranstaltungen teil.“
Zum Programm gehören allgemeinverständliche Vorträge zu aktuellen Fragen aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft. Das Haus bietet zahlreiche Flächen für unterschiedliche Formate, darunter Podiumsdiskussionen und künstlerische Darbietungen, Tagungen, Kongresse und Fachmessen. Mit zwei modern ausgestatteten Kinosälen ist das Urania-Haus zudem eines der größten Programmkinos in Berlin. In den Foyers werden wechselnde Ausstellungen gezeigt. Neben den Beiträgen der 1100 Urania-Mitglieder wird die nicht mit öffentlichen Mitteln geförderte Einrichtung und das Programm hauptsächlich durch Eintritte sowie die Vermietung von Räumen finanziert.
Bertram von Boxberg: „Das Urania Gebäude ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Dabei ist seitens der Urania in den letzten zwei Jahren alles für das Sanierungsprojekt vorbereitet worden. So liegen die Entwürfe der internationalen Architekt*innen vor und könnten schnell umgesetzt werden. Ein Scheitern des Sanierungsvorhabens wegen der fehlenden Landesmittel wäre für die Urania eine Katastrophe und existenzgefährdend.“