
Tempelhof-Schöneberg gehört zu den Bezirken mit einer besonders hohen Zahl älterer Einwohnerinnen und Einwohner, fast 30 Prozent der Bevölkerung sind über 60 Jahre alt. In den kommenden Jahren wird vor allem die Zahl der Hochaltrigen deutlich steigen. „Gemeinschaftliche Wohnformen könnten dabei helfen, im höheren Alter länger fit und unabhängig von fremder Hilfe zu bleiben“, sagt Ingeborg Hofer-Hutter, Sprecherin für Senior*innenpolitik der Grünen-Bezirksfraktion, und fügt hinzu: „Wohnen in Hausgemeinschaften, sog. Cluster-Wohnungen, und anderen Projekten für gemeinschaftliches Wohnen, reduzieren durch die vielfältigen sozialen Kontakte das Risiko von Einsamkeit. Außerdem sind sie gut für die körperliche und geistige Fitness, weil Alltagsaufgaben selbst und in Gemeinschaft besser bewältigt werden können und das selbstbestimmte Zusammensein zu mehr Bewegung und Initiative anregt.“
Viele ältere Menschen möchten möglichst lange selbstständig leben, spüren aber oft (zu) spät, dass es alleine im Haus oder in der Wohnung nicht mehr geht. Ein Umzug ins Alten- oder Pflegeheim ist dann häufig mit der Abgabe von Verantwortung und leider teils auch der Aufgabe von Freiheiten verbunden. „Gemeinschaftliche Wohnformen sind hier eine unverzichtbare, dringend notwendige Alternative. Das aktuelle Angebot für ältere Menschen in unserem Bezirk mit fast 350.000 Einwohnern geht gegen null. Eine beschämende und kurzsichtige Situation angesichts der vorhersehbaren Altersentwicklung“, erklärt Ingeborg Hofer-Hutter.
Deshalb fordern die Grünen in einem Antrag für die kommende BVV, dass das Bezirksamt aktiv wird und eine Strategie für gemeinschaftliches Wohnen im Alter entwickelt. „Der Bezirk kann zwar nicht selbst die entsprechenden Wohnungen bauen, er hat aber die Möglichkeit, die nötigen Entwicklungen anzustoßen und zu fördern“, betont Ingeborg Hofer-Hutter. Teil der geforderten Strategie sollte die Prüfung von bezirkseigenen Grundstücken und Gebäuden auf ihre Eignung sowie deren bevorzugte Vergabe für entsprechende Wohnprojekte sein. Genauso sollten sämtliche Player im Wohnungsbau (städtische Wohnungsbaugesellschaften, institutionelle und private Projektentwickler*innen sowie Umbauwillige) regelmäßig dahingehend beraten werden, diese zeitgemäßen Wohnformen zu berücksichtigen.
„Angesichts der demografischen Entwicklung ist es erforderlich, frühzeitig ein ausreichendes Angebot an diesen Wohnformen für alte Menschen zu schaffen. Dies ist auch ein Weg, die Kosten für die Gemeinschaft und die Einzelnen zu begrenzen“, betont Ingeborg Hofer-Hutter.