Grüne fordern endlich auch für Tempelhof-Schöneberg: Impfungen für mobilitätseingeschränkte Menschen in der Häuslichkeit anbieten

Foto: Zander-Rade
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Impfungen für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihr Zuhause nicht oder nur unter Schwierigkeiten verlassen können, soll vom Bezirk eine kostenlose Impfung gegen SARS-CoV-2 in der Häuslichkeit angeboten werden. Dazu soll eine telefonische Anmeldung samt Beratung geschaltet werden. Das fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Tempelhof-Schöneberg in einem Antrag für die März-Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

„Zum jetzigen Zeitpunkt der Pandemie ist es sachgerecht, die Impfkampagne stärker am Bedarf und der Nachfrage auszurichten. Einen wichtigen Beitrag könnten hierbei die im Bezirk etablierten mobilen Impfteams mit ihren niedrigschwelligen und aufsuchenden Impfangeboten leisten“, sagt Dr. Katharina Urban, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, dazu. Laut Auswertungen der Senatsverwaltung (Bezirksprofil Tempelhof-Schöneberg) leben bei uns mehr als 3.800 Menschen, die einer ambulanten Pflege bedürfen. Damit rangiert unser Bezirk berlinweit auf Platz 2 der absoluten Zahlen ambulant Pflegebedürftiger. Beim Altersquotienten (65-Jährige und älter je 100 ,18- bis 64-Jährige) liegt der Bezirk mit 33,7 Prozent über dem Berliner Schnitt auf Platz 7.

Dr. Urban betont weiter: „Aufgrund der bisherigen Fokussierung der berlinweiten Impfkampagne auf Impfungen in Impfzentren steht zu befürchten, dass es viele ältere und/oder pflegebedürftige Menschen in unserem Bezirk gibt, die zu Hause leben, aber nicht geimpft oder nicht vollständig geimpft sind. Diese Menschen können das Haus nicht oder nur unter sehr schwierigen Bedingungen verlassen.“ Das gelte insbesondere auch für Menschen ohne Angehörige oder für diejenigen, die durch einen Pflegedienst und eine*n Betreuer*in versorgt werden.

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf bietet solche aufsuchenden Impfungen für Menschen über 75 Jahren bereits an. Dr. Katharina Urban: „Tempelhof-Schöneberg sollte diesem positiven Beispiel folgen, um seine ältere und vor allem nicht mobile Bevölkerung vor dem Risiko einer schwerwiegenden Corona-Erkrankung zu schützen.“

Der BVV ist bis April 2022 zu berichten.