Gerade in Pandemie-Zeiten: Opfer häuslicher Gewalt müssen schnell an Hilfe gelangen

Foto: Zander-Rade

Die häusliche Gewalt nimmt in Zeiten von Pandemie und Lockdown zwar zu, doch gerade jetzt ist es für die Opfer besonders schwer, unbemerkt vom Täter mit den Stellen Kontakt aufzunehmen, wo sie Beratung und Hilfe finden können. Deshalb regt die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag in der Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung an: Das Bezirksamt soll prüfen, ob eine solche einfach zugängliche und unbürokratische Gewaltschutzberatung in ausgesuchten Supermärkten angeboten werden könnte. Außerdem, so finden die Grünen, sollten die Hinweise auf die kostenlose Beratungs- und Hilfe-Rufnummer 08000 116 016 nicht nur in allen öffentlichen Gebäuden, sondern auch in den Supermärkten und Apotheken aushängen.

Die grüne Bezirksverordnete Elisabeth Kiderlen: „Supermärkte sind vielfach der einzige Ort, den ein Opfer häuslicher Gewalt allein, ohne Aufsicht durch den Täter aufsuchen kann. Darum wäre es wichtig, die Supermärkte in den Gewaltschutz einzubeziehen. In einigen Städten Italiens wird Gewaltschutzberatung deshalb auch in den Supermärkten angeboten. Aus den dortigen Erfahrungen können wir durchaus lernen.“