Gedenktafeln sollen an Lilli Henoch und Dora Duncker erinnern

Foto: von Boxberg
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Die Sporthalle der Spreewald-Schule an der Pallasstraße trägt den Namen der Leichtathletin Lilli Henoch, der so genannte Flaschenhalspark soll nach Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung demnächst nach der Schriftstellerin Dora Duncker benannt werden. Nur: Den wenigsten Anwohner*innen und Passant*innen dürften diese Namensgebungen bewusst sein, kaum jemand weiß, wer die beiden Frauen waren. Das möchten die Grünen ändern und beantragen deshalb in der Tempelhof-Schöneberger BVV: Öffentlich deutlich sichtbare Gedenktafeln sollen künftig an die beiden Namensgeberinnen erinnern.

Die Sportlerin Lilli Henoch war zehnfache deutsche Meisterin und mehrfache Weltrekordhalterin, wurde 1942 wegen ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten deportiert und im Konzentrationslager ermordet. Eine Gedenktafel zu ihren Ehren gibt es zwar in der Turnhalle selbst, aber für die breite Öffentlichkeit ist die eben nicht zugänglich. Dora Duncker verfasste im 19. Jahrhundert zahlreiche Romane, in denen es vor allem um die Rolle der Frau in der Gesellschaft ging. Eine Erinnerungstafel gibt es  nur auf dem Alten Zwölf-Apostel-Kirchhof, wo sie 1916 beigesetzt wurde, aber für den Park, der bald ihren Namen trägt, ist bisher nichts dergleichen vorgesehen.

Der grüne Bezirksverordnete Bertram von Boxberg: „Mit den beiden Namensgebungen hat unsere BVV richtige und wichtige Beschlüsse zur Ehrung zweier verdienter Frauen gefasst. Aber BVV-Beschlüsse allein schaffen noch keine allgemeine Erinnerung. Dafür braucht es auch öffentlich sichtbare Zeichen, die jetzt von uns beantragten Erinnerungstafeln.“