GRÜNE erinnern an Nelly Neppach – ein verfemter jüdischer Tennisstar

Foto: Archiv J. Buschbom
Foto: Archiv J. Buschbom

Der Sportplatz Tempelhofer Weg soll künftig den Namen von Nelly Neppach tragen. Das fordern die Grünen in einem Antrag in der Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung. Nelly Neppach wurde 1925 deutsche Tennismeisterin, entwickelte sich schnell zum ersten deutschen Tennisstar mit internationalem Ruf überhaupt. 1933 musste sie, wie alle anderen jüdischen Mitglieder nach der Machtübername der Nationalsozialisten, ihren Verein Tennis Borussia verlassen und wählte, sportlich isoliert und von Depressionen geplagt, im Mai 1933 den Freitod.

Dabei begann die Ausgrenzung und Verfemung von Nelly Neppach schon lange vor der NS-Herrschaft. 1926 nahm sie ohne Erlaubnis des Deutschen Tennisbundes an einem Turnier in Frankreich teil und wurde deshalb durch die Funktionäre des DTB für längere Zeit „gesperrt“.

Astrid Bialluch-Liu, sportpolitische Sprecherin der grünen BVV-Fraktion: „Mit ihrer kampfbetonten Spielweise verkörperte Nelly Neppach ein neues Frauenbild nicht nur im Sport. Dazu war sie wegen ihrer weltoffenen Haltung und ihrer jüdischen Herkunft den nationalistisch-reaktionären Kreisen der Weimarer Zeit ein Dorn im Auge. Wenn wir heute Nelly Neppach mit der Benennung eines Sportplatzes ehren, erinnern wir also auch daran, dass Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung im deutschen Sport nicht auf die Zeit von 1933 bis 1945 beschränkt sind, sondern Folge des Agierens chauvinistischer Sportfunktionäre sind, ihre Vor- und auch Nach-NS-Geschichte haben.“