Drehverbot wegen Uralt-Beschluss: Bezirksamt muss seine Vorschriften entrümpeln

Foto: von Boxberg
Foto: von Boxberg

Student*innen der Babelsberger Filmhochschule wollen für den RBB einen Webfilm drehen und dabei Schöneberg als zentralen Ort des kulturellen Lebens präsentieren. Dafür soll auch auf der Carl-Zuckmeyer-Brücke gedreht werden, doch das Bezirksamt sagt erst einmal „nein“. Begründung: Nach einem Uralt-Beschluss des Bezirksamtes vom März 1985 ist auf der Brücke jede „Sondernutzung“ untersagt.

Bertram von Boxberg, für die Grünen im Kulturausschuss der Bezirksverordnetenversammlung: „Es ist heute kaum noch nachvollziehbar, warum damals so ein Verbot beschlossen wurde. Dass aber 35 Jahre später damit Dreharbeiten zu einem ein Film, der dem Bezirk ein positives Image geben soll, torpediert werden, ist ein Schildbürgerstreich ohnegleichen.

Die Student*innen konnten ihren Film dann allerdings doch noch wie geplant fertigstellen. Gegen das offiziell immer noch geltende Drehverbot erteilte die grüne Stadträtin Christiane Heiß ganz unbürokratisch eine Ausnahmegenehmigung. Bertram von Boxberg: „Das war bei dieser Posse die einzig angemessene Entscheidung. Gelöst ist das Problem des Drehverbotes oder anderer aus der Zeit gefallener Regelungen aber damit nicht. Das Bezirksamt sollte seine Archive durchforsten, ob noch ähnliche Uralt-Beschlüsse existieren und dann seine Vorschriften entsprechend den heutigen Verhältnissen entrümpeln.“

Über einen entsprechenden Antrag will die grüne Fraktion in der kommenden Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung abstimmen lassen.