Reinigungs- und Hygienestandards an unseren Schulen sind kein Luxusgut, sondern die Basis für einen erfolgreichen Gesundheitsschutz

Foto: Zander-Rade
Foto: Zander-Rade

Jahrelang verdreckten die Schulen nicht nur in Tempelhof-Schöneberg als Folge einer verfehlten Sparpolitik immer mehr. Indem er dafür sorgte, dass Reinigungsmängel unverzüglich gemeldet und die beauftragten Firmen auf schnelle Nachbesserung verpflichtet wurden, konnte der für die öffentlichen Gebäude zuständige grüne Stadtrat Jörn Oltmann dieser zunehmenden Verschmutzung begegnen. Die auf grüne Initiative und mit Senatsgeldern finanzierte zusätzliche Reinigungsoffensive trug ab März zur weiteren Verbesserung bei. Mit einem Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung wollen die Grünen nun sicherstellen: Die regelmäßige umfassende gründliche Schulreinigung darf jetzt wegen geringerer Auslastung der Gebäude nicht gefährdet werden. Die Zusatzmaßnahmen zur Corona-Bekämpfung sollen der Schulreinigung vielmehr sogar einen zusätzlichen Schub geben.

Dabei sollen die kommenden Sommerferien wie bisher genutzt werden, in allen Schulgebäuden eine Grundreinigung vorzunehmen. Werden bei der anschließenden Kontrolle Mängel festgestellt, müssen diese allerdings sofort, also in jedem Fall noch innerhalb der Ferien, behoben werden.

Bei den täglichen Reinigungen dürfe es nicht nur um den klar sichtbaren Schmutz, sondern müsse es vor allem um die Hygiene, also auch um die für das Auge nicht erkennbaren Keim- und Virenträger gehen. Dazu sollten in den Toilettenanlagen sämtliche Kontaktflächen, vom Spülhebel bis zur Toilettenschüssel auch desinfizierend gereinigt werden. Toilettenpapier zum Beispiel sollte nicht nur einfach vorhanden sein und auf dem Boden liegen, sondern gehöre fest montiert an die Trennwände.

Generell sollte für die Sauberkeit und die Hygiene an den Schulen gelten: Was bisher mit den Reinigungsfirmen an Leistungen vereinbart war, gilt uneingeschränkt weiter, und was an coronabedingten Zusatzleistungen hinzukam, etwa die regelmäßige Reinigung von Handläufen, Lichtschaltern oder Türklinken, muss auch künftig durchgeführt werden.

Martina Zander-Rade, schulpolitische Sprecherin der grünen BVV-Fraktion: „Was regelmäßig gereinigt wird und oberflächlich auch sauber scheint, ist oftmals nicht wirklich sauber. Aber gerade die mit dem bloßen Auge nicht erkennbaren Keime und Viren sind besonders problematisch. Es ist an der Zeit, die Reinigungs- und Hygienestandards an unseren Schulen deutlich anzuheben. Sie sind kein Luxusgut, aber bilden die Basis für einen erfolgreichen Gesundheitsschutz. Dafür muss die Senatsverwaltung umgehend ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.“