Grüne fordern Menstruationsprodukte für öffentliche Frauentoiletten

Foto: Zander-Rade
Foto: Zander-Rade

An manchen Tagen ist es mit Toilettenpapier nicht getan. Zur Ausstattung öffentlicher Frauentoiletten gehören auch Menstruationsprodukte wie Tampons und Binden, finden die Tempelhof-Schöneberger Grünen und fordern in einem Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung: Das Bezirksamt soll prüfen, ob und wie im Rahmen eines Modellprojektes zunächst die Frauentoiletten in den Rathäusern Schöneberg und Tempelhof sowie im Gemeinschaftshaus Lichtenrade mit solchen Artikeln ausgestattet werden können.

Vorbild für den grünen Vorstoß ist eine Entscheidung des schottischen Regionalparlaments: Das beschloss nämlich, den Frauen im Land benötigte Menstruationsprodukte kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Aferdita Suka, gesundheits- und sozialpolitische Sprecherin der grünen BVV-Fraktion, die den von allen grünen Fraktionärinnen unterschriebenen Antrag initiiert hat: „Damit hat das schottische Parlament einen Meilenstein gesetzt, die Menstruation aus der allgemeinen Verdrängung und Verschwiegenheit zu holen und sie als einen ganz normalen Bestandteil des Lebens ins Bewusstsein zu rücken. Mit unserem Antrag wollen wir auch hier zu einem solchen Bewusstseinswandel beitragen. Und schließlich kann es nicht sein, dass in einem reichen Land wie Deutschland viele Frauen aus Geldmangel gezwungen sind, statt auf richtige Menstruationsprodukte auf Toilettenpapier oder ähnliches zurückgreifen zu müssen. Wenn wir da in einem ersten Schritt wenigstens für die Besucherinnen unserer Rathäuser oder des Gemeinschaftshauses Abhilfe schaffen können, wäre schon einiges gewonnen.“