Verkehrsberuhigung der Gartenstadt Tempelhof bedarf kluger Konzepte statt Aktionismus

Fotomontage: Frank Schmuntzsch
Fotomontage: Frank Schmuntzsch

Eine allen Anwohner*innen gerecht werdende Verkehrsberuhigung der Tempelhofer Gartenstadt wird es nur auf der Basis kluger und gründlich erarbeiteter Konzepte geben. Blinder Aktionismus kann die Probleme nicht lösen. Wer jetzt zum Beispiel kurzfristig auf das Aufstellen von Pollern im unmittelbaren Umfeld der eigenen Wohnlage setzt, schafft vielleicht vor der eigenen Haustür Ruhe, verschärft aber vermutlich die Verkehrsbelästigung an anderer Stelle. Dieses Fazit zog Ulrich Hauschild, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Fraktion in der Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung, aus dem Verlauf der Bürgerversammlung, zu der der BVV-Vorsteher die Gartenstadt-Anwohner*innen ins Rathaus geladen hatte.

Deutlich wurde im Verlauf der Versammlung: Was die Verkehrsberuhigung betrifft, haben Anrainer*innen als auch Institutionen und Verbände teilweise verschiedene Interessen. Der ADFC, Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V., etwa setzt auf Fahrradstraßen und eine flächendeckende Tempo-30-Regelung. Polizei und Feuerwehr benötigen im Notfall Platz für ihre Fahrzeuge, die auch ohne Verzögerung zum Einsatzort kommen müssen. Verkehrsabweisende Poller könnten jedoch zu solchen Verzögerungen führen.

Generell wurde die Vorstellung der grünen Verkehrsstadträtin Christiane Heiß, Verkehrsberuhigung auf der Grundlage eines Gesamtkonzeptes durchzusetzen, von den meisten Anrainer*innen geteilt. Ulrich Hauschild: „Dass manche Menschen aus der Gartenstadt inzwischen ungeduldig sind und angesichts der bevorstehenden Bauarbeiten auf dem Tempelhofer Damm für die Zukunft sogar noch mehr Belästigung durch den Durchgangsverkehr befürchten, ist verständlich. Aber der von der Stadträtin vorgestellte Zeitplan besagt, dass das nun zu erstellende Konzept auch in der Praxis umgesetzt sein wird, bevor auf dem Tempelhofer Damm 2022 die Umbauarbeiten beginnen.“