Mahnmal am Wittenbergplatz muss wieder im Zentrum stehen

Foto: von Boxberg
Foto: von Boxberg

Ursprünglich war es auf der Sichtachse zwischen U-Bahnhof Wittenbergplatz und KaDeWe für jede*n Passanten*in unübersehbar, wurde wegen Bauarbeiten umgesetzt und steht nun abseits der normalen Wege unbeachtet an der Seite des U-Bahnhofs: Das Mahnmal „Orte des Schreckens“ mit einer Liste nationalsozialistischer Konzentrationslager. Jetzt fordern die Grünen in der Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung: Dieses Mahnmal muss wieder ins Zentrum, ins Blickfeld aller, die den Wittenbergplatz überqueren.

Der bündnisgrüne Bezirksverordnete Bertram von Boxberg: „Gerade in Zeiten eines immer aggressiver auftretenden Rechtsextremismus, eines anwachsenden Antisemitismus und Rassismus darf die Erinnerung an die Schrecken des Nationalsozialismus und das Gedenken an seine Millionen Opfer nicht am Rad stehen. Da gehört es sichtbar ins Zentrum, ins Zentrum unseres politischen Handelns und auch in die Mitte unserer Plätze, so wie es damals, als das Mahnmal 1967 aufgestellt wurde, auch gedacht war.“

Bei einer Rückversetzung allein sollte man es aber nach Auffassung der Grünen nicht belassen. Darüber hinaus solle geprüft werden, in welcher Form man dazu über die Geschichte des Mahnmals selbst informiert. Bertram von Boxberg: „Das wurde schließlich 1967 nicht zufällig an diesem Ort aufgestellt. Das war die Antwort auf jene Pseudo-Wegweiser mit Kilometerangaben zu den Städten in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, die nach Kriegsende an Polen und die Sowjetunion gefallen waren. Mit diesen vom Springer-Konzern initiierten Wegweisern wollten revanchistische Kräfte den deutschen Anspruch auf diese Orte demonstrieren. Dagegen erinnerten die Mahntafeln mit der Liste von Konzentrationslagern daran, warum Deutschland geteilt wurde, diese Gebiete für Deutschland verloren gingen.“

Auch die gleichartige Gedenktafel am Kaiser-Wilhelm-Platz sollte mit einer solchen Ergänzung versehen werden.