Beim Schüler*innenhaushalt geht Tempelhof-Schöneberg leer aus

Foto: Zander-Rade
Foto: Zander-Rade

Im Sommer hatten die Grünen in der Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung gefordert, dass an interessierten Schulen des Bezirkes ein Schüler*innenhaushalt eingerichtet wird, nun ist dieser Schüler*innenhaushalt an 60 Berliner Schulen Realität – nur nicht in Tempelhof-Schöneberg. Martina Zander-Rade, schulpolitische Sprecherin der grünen BVV-Fraktion: „Während sich die sozialdemokratische Senatsschulverwaltung völlig zu Recht für dieses demokratische Projekt selbst feiert, ist seine Umsetzung in unserem Bezirk bisher ausgerechnet am Widerstand der lokalen SPD-Schulpolitiker*innen gescheitert.“

So funktioniert der Schüler*innenhaushalt: Die Schüler*innen unterbreiten ihre Vorschläge, wie der zur Verfügung stehende Betrag in Höhe von 3.000 Euro am besten verwendet wird, etwa für die Schulbibliothek, Sportgeräte oder ein Schulfest. Dann wird darüber zwei Wochen diskutiert, entschieden und der Beschluss von Schüler*innen und Schulverwaltung gemeinsam umgesetzt.

Obwohl auch vier Tempelhof-Schöneberger Schulen daran großes Interesse zeigten, möchten sich die bezirkliche Schulverwaltung und die Mehrheit der Bezirksverordneten nicht dafür begeistern. Eines der Gegenargumente: Der Schüler*innenhaushalt stünde in Konkurrenz zum Kinder- und Jugendparlament.

Zander-Rade: „Gerade unser Kinder- und Jugendparlament demonstriert immer wieder, wie verantwortungsbewusst die jungen Menschen im demokratischen Meinungsbildungsprozess agieren. Schüler*innenhaushalte sind da keine Konkurrenz, sondern sinnvolle Ergänzung. Vielleicht wäre es zweckdienlich, wenn sich die Tempelhof-Schöneberger SPD-Schulpolitiker*innen diesen Zusammenhang noch einmal von ihren Landespolitiker*innen erklären ließen.“