Angemessen an Kurt Hiller als Vorkämpfer der Rechte der Homosexuellen erinnern

Foto: von Boxberg
Foto: von Boxberg

An die Bezeichnung Kurt-Hiller-Park für die Grünfläche an der Grunewaldstraße haben sich 19 Jahre nach der Benennung die meisten Anwohner*innen gewöhnt. Doch wer der Namensgeber dieses Parks gewesen ist, wissen fast nur Eingeweihte. Das möchten die Grünen ändern und fordern in einem Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg: Künftig sollen Schautafeln vor Ort über Leben und Wirken des jüdischen Pazifisten, Publizisten und Vorkämpfers für die Rechte sexueller Minderheiten informieren.

In der Weimarer Republik war Kurt Hiller (1885 – 1972) Mitbegründer der Deutschen Friedensgesellschaft, arbeitete eng mit dem Magnus-Hirschfeld-Institut für Sexualforschung zusammen und veröffentlichte regelmäßig seine Artikel in der Weltbühne. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste er 1934 erst nach Prag, später nach London fliehen. Die Benennung des Kurt-Hiller-Parks im Jahr 2000 erfolgte auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg.

Der grüne Bezirksverordnete Bertram von Boxberg: „Den Grünstreifen in der Grunewaldstraße nach Kurt Hiller zu benennen, war ein guter Schritt, um diesen Vorkämpfer für die Rechte sexueller Minderheiten und Pazifisten zu ehren. Zu einer umfassenden Erinnerungskultur gehört aber auch, dass über das Engagement des so Geehrten angemessen informiert und es der weitgehenden Vergessenheit entrissen wird. Dazu werden die von uns geforderten Schautafeln hoffentlich bald beitragen.“