Sichere Schulwege machen die Straßen für alle sicher – eine Bilanz unseres erfolgreichen Engagements

Foto: Günter Hevlena/pixelio.de
Foto: Günter Hevlena/pixelio.de

Was ist aus der zusätzlichen Elterntaxi-Haltestelle für die Ruppin-Grundschule geworden?
Leider hat die Polizei hier ihre Ansicht geändert und sich gegen die Einrichtung ausgesprochen. Das hörte sich beim bereits 2012 stattgefundenen Runden Tisch Schulwegsicherheit noch ganz anders an. Dort wurde es ausdrücklich empfohlen und vom Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde in Aussicht gestellt. Heute vertritt die Polizei eine andere Ansicht: „Die Schülerinnen und Schüler sollten ihren Schulweg in Gänze zurücklegen“, zitiert das Bezirksamt die Polizei in der Mitteilung zur Kenntnisnahme (Antwort vom Bezirksamt auf unseren Antrag).

Tempo 30 auf in nördliche Richtung führenden Spange der Bundesallee
Ein Grund zu feiern, denn dieses war die erste Anordnung im Bezirk auf einer Hauptverkehrsstraße vor einem Kindergarten. Einen kleinen Schönheitsfehler hat sie aber: Das entsprechende Schild wurde genau vor dem Kinderladen angebracht und verfehlt somit seinen Sinn. Wir bleiben hier dran und hoffen, dass es perspektivisch noch in etwas größerer Entfernung zum Kinderladen aufgestellt wird, damit Autofahrer*innen auch noch rechtzeitig die Geschwindigkeit anpassen können.

Ampelschaltung für die Paul-Klee-Schule
Die Schulwegampel an der Konradinstraße Ecke Alarichstraße soll fußgänger*innenfreundlicher geschaltet werden, damit die Kinder sicher die Alarichstraße überqueren können. Dieser Wunsch konnte bislang nur auf den Weg gebracht werden. Ampelschaltungen werden berlinweit nur von einer Firma durchgeführt und so stauen sich Aufträge für die nächsten drei Jahre. Wir hoffen sehr, dass durch den Fußverkehrsteil des Mobilitätsgesetzes hier eine schnellere Anpassung der Ampelschaltungen möglich wird.

Nach Schulweg-Unfall: Tempo 30 Wiesbadener Straße
Am 11. Januar dieses Jahrs ist eine 14 Jahre alte Schülerin auf ihrem Weg zur Schule auf dem Zebrastreifen der Wiesbadener Straße Ecke Rheingaustraße angefahren worden. Glücklicherweise hat sie keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitten. Wir haben hier gemeinsam mit unserem Zählgemeinschaftspartner SPD einen Antrag in der BVV eingebracht, in dem wir auf dem betreffenden Abschnitt der Wiesbadener Straße die Anordnung von Tempo 30 gefordert haben. Dieses Vorhaben fand die Unterstützung in der BVV und wurde im Zusammenwirken unserer zuständigen Stadträtin Christiane Heiß als auch unserem Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese sehr schnell umgesetzt.

Konzept für Fahrradabstellanlagen vor Kreuzungen, um Eckenparken zu verhindern
Zwei Probleme – eine Lösung: In Tempelhof-Schöneberg haben wir keine ausreichende Anzahl von Fahrradabstellanlagen, zugeparkte Ecken stellen zudem ein großes Verkehrssicherheitsproblem dar. Diese beiden Tatsachen haben uns dazu veranlasst einen Antrag einzubringen, der dafür sorgt, dass vor Einmündungsbereichen zukünftig auf der Fahrbahn Fahrradabstellanlagen errichtet werden können. Denn Fahrräder sind nicht so groß und kompakt wie Autos und querende Fußgänger*innen können so sicher die Fahrbahn überqueren.

Unser Antrag ist nun Beschlusssache und ein entsprechendes Konzept wird bereits von einem vom Bezirksamt beauftragten Büro erarbeitet.

Aktuell
Ab dem nächsten Schuljahr sollen Eltern bereits bei der Anmeldung über die Gefahren der Elterntaxis aufgeklärt werden. Das stellen wir uns so vor: Jedes Kind muss an einer Schule angemeldet werden, unabhängig davon, ob es nachher dort auch tatsächlich zur Schule geht oder nicht. Bei der Anmeldung sollen die Eltern über die Gefahren aufgeklärt werden, die durch ein hohes Elterntaxiaufkommen vor Schulen entstehen – für das mit dem Auto gebrachte Kind als auch alle anderen, die zu Fuß oder mit dem Rad, Roller oder Bus kommen.

Dieses ist jedoch nur ein kleiner Baustein hin zu mehr Verkehrsberuhigung vor unseren Schulen.

Wir freuen uns sehr, wenn die Schulen in Tempelhof-Schöneberg auch weiterhin so tatkräftig an den jedes Jahr im September stattfindenden „Zu-Fuß-zur-Schule“-Wochen teilnehmen und dafür werben, den Weg zur Schule lieber mit Freund*innen gemeinsam zu Fuß, mit dem Rad oder Roller zurückzulegen.

Weitere Informationen
Zwischenbericht des Bezirksamtes zu unserem Antrag „Sicher zur Schule“ 0047/XX aus Januar 2017: https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=5848

Die DEKRA hat vor kurzem einen Bericht über die Verkehrssicherheit von Kindern und Jugendlichen herausgegeben. Hier ist der Link zum Bericht.

Wer noch mehr zum Thema lesen möchte: Ein schon etwas älteres Dokument, aber immer noch sehr informativ und interessant finden Sie auf den folgenden Seiten des ADFC Kleinmachnows.