Klimawandel fordert seinen Tribut auch von der Haushaltskasse des Bezirks

Foto: Bialluch-Liu
Foto: Bialluch-Liu

Die Hitzesommer und Herbststürme der vergangenen beiden Jahre haben erhebliche Schäden auch an Tempelhof-Schönebergs Grünflächen und Straßenbäumen verursacht. So forderte der Klimawandel seinen inzwischen spürbaren Tribut von der Haushaltskasse des Bezirks. Das ist das Fazit aus der Antwort von Stadträtin Christiane Heiß, Grüne, auf eine Anfrage der Bezirksverordneten Astrid Bialluch-Liu, ebenfalls Grüne: Welche Kosten verursacht der Klimawandel im Bezirk?

Knapp 500 Bäume waren dem Extremwetter der beiden vergangenen Jahre zum Opfer gefallen und konnten noch längst nicht vollständig ersetzt werden. Dennoch: Die 750.000 Euro, die für das Jahr 2019 für Baumpflegemaßnahmen im Bezirkshaushalt vorgesehen sind, waren bereits im Mai vollkommen verbraucht. Der – bisher nicht gedeckte – Mehrbedarf: zwischen 750.000 und 800.000 Euro. Für die so genannte Auftragsbewirtschaftung hatte der Bezirk 450.000 Euro beantragt, bekam von Senatsverwaltung aber nur 280.000 Euro zugeteilt. Christiane Heiß: „Mit diesen Beträgen werden wir unseren Baumbestand nicht sichern können.“

In den vergangenen zwei Jahrzehnten standen dem Bezirk jährlich zwischen 800.000 und einer Million Euro für die Grünpflege zur Verfügung. Angesichts der zu erwartenden extremen Wetterlagen werden nun aber jährlich 2,3 Millionen Euro benötigt, schätzt die Stadträtin. Mit einmalig bewilligten Sondermitteln der Senatsverwaltung konnte der Bezirk zwar manche Umweltmaßnahme wie die Entwicklungspflege für frisch gepflanzte Jungbäume in Auftrag geben, doch auf Dauer muss das Grünflächenamt finanziell so aufgewertet werden, dass es seine Aufgaben ohne Sondermittel bewältigen kann.

Astrid Bialluch-Liu, umweltpolitische Sprecherin der grünen BVV-Fraktion: „Die Zahlen unseres Bezirks zeigen, dass die Beseitigung von Klimaschäden und vorbeugender Klimaschutz in unseren Haushaltsplanungen die zentrale Rolle spielen muss – sowohl auf der Landes- wie der kommunalen Ebene. Dazu belegen diese Zahlen: Wir benötigen auf nationaler Ebene einen Klimafonds, wie ihn jetzt die Grünen vorgeschlagen haben. Die 100 Milliarden Euro, die unsere Partei dafür veranschlagt hat, mögen manchen zu hoch erscheinen. Doch jetzt nicht zu handeln, wird uns noch viel teurer kommen.“