Grüne fordern neue Einrichtung für Wohnungslose

Aferdita Suka

Knapp 3200 Menschen waren zum Stichtag 31.12.2018 in Tempelhof-Schöneberg wohnungslos gemeldet, 60 Prozent von ihnen Familien bzw. Alleinerziehende mit kleinen Kindern. Weil der Bezirk jedoch nicht über genügend Unterbringungsmöglichkeiten verfügt, mussten viele von ihnen in Hostels oder Pensionen untergebracht werden, die Hälfte sogar für ein Jahr oder länger. Das hatte eine Anfrage der grünen Bezirksverordneten Aferdita Suka ergeben. Deshalb fordern Grüne und SPD nun: Der Bezirk soll eine neue Einrichtung zur Unterbringung von Wohnungslosen schaffen.

In einem ersten Schritt, so die Antragsteller, müssten alle infrage kommenden Flächen und Immobilien geprüft, zusammen mit den Wohnungsbaugesellschaften und den freien Trägern der Wohlfahrtspflege alle Möglichkeiten für eine solche Einrichtung ausgelotet werden. Bei den anstehenden Haushaltsberatungen, heißt es in dem grünen Antrag weiter, müssen die zuständigen Verwaltungen Ressourcen und finanziellen Bedarf darlegen. Dazu soll die BVV im September über den Stand der Dinge informiert werden.

Aferdita Suka, sozialpolitische Sprecherin der grünen BVV-Fraktion: „Angesichts der angespannten Lage auf dem Immobilienmarkt haben die Wohnungslosen praktisch keine Chance, auch bei größtmöglicher Eigeninitiative selbst eine Wohnung zu finden, sich aus diesen untertragbaren Zuständen wie der Dauerunterbringung einer ganzen Familie im Hostel zu befreien. Die von uns jetzt geforderten Maßnahmen erfordern da sicherlich einiges an Investitionen. Angesichts von 50 Euro und mehr, die der Bezirk gegenwärtig bei einer Hotel-Unterbringung pro Tag pro Person bezahlen muss, ist das aber eine Investition, die sich nicht allein für die Betroffenen lohnt, sondern die sich sehr wohl auch für den Bezirk und den Steuerzahler rechnet.“