Einsam Verstorbene würdevoll und nah an ihrem letzten Lebensmittelpunkt bestatten

Foto: von Boxberg
Foto: von Boxberg

Wer einsam stirbt, wird auch einsam begraben, meist fern seines letzten Wohnortes und Lebensmittelpunktes. Diese eherne Regel wollen die Grünen Tempelhof-Schönebergs durchbrechen und stellen einen entsprechenden Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung. Ziel der Initiative: Auch Verstorbene, bei denen es keine Angehörigen mehr gibt und das bezirkliche Gesundheitsamt die Bestattungskosten trägt, sollen auf einem Friedhof in Wohnortnähe würdevoll verabschiedet und bestattet werden. Noch landen die sterblichen Überreste solcher Menschen auf dem riesigen Gräberfeld eines einzigen Berliner Friedhofes.

Zwar gibt es in der ganzen Stadt über 200 Friedhöfe, könnte also jeder Mensch dort bestattet werden, wo er lebte, wo er Nachbarn, Bekannte, vielleicht auch Freund*innen hatte. Aber die Gesundheitsämter sind gehalten, sich für die billigste Möglichkeit zu entscheiden. Der grüne Bezirksverordnete Bertram von Boxberg: „Diese Regelung fördert einen pietätlosen Preiskampf unter den Friedhöfen, der für Menschen ohne Angehörige zu diesem unwürdigen Ergebnis führt, sie dem Vergessen preisgibt. Bei einem Grab auf einem Friedhof in Wohnungsnähe dagegen könnten sich frühere Nachbar*innen und Bekannte ihrer erinnern.“

Deshalb fordern die Grünen nun: Das Bezirksamt soll sich beim Senat als auch bei den konfessionellen Friedhofsträgern für eine berlinweite einheitliche Gebühr für die so genannten ordnungsbehördlichen Bestattungen stark machen. Von Boxberg: „Im Interesse der Menschenwürde werden sich die Träger der Friedhöfe einer solchen Regelung kaum verschließen können.“