Tempelhof-Schöneberg braucht zusätzliche Unterkünfte für Wohnungslose

Aferdita Suka

Aferdita SukaWeil es an Ersatzunterkünften mangelt, sind derzeit über die Hälfte aller Wohnungslosen in Tempelhof-Schöneberg in Hotels, Hostels und Pensionen zu Kosten von bis zu 50 Euro pro Tag pro Person untergebracht. Deshalb fordert Aferdita Suka, sozialpolitische Sprecherin der grünen Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung: Die bezirkliche Sozialverwaltung muss den tatsächlichen Bedarf an Wohnraum für Wohnungslose im Rahmen der „Sozialen Infrastruktur-Konzepte“ (SIKO) anmelden, damit er bei der Stadtplanung entsprechend berücksichtigt werden kann.

Zum Stichtag 31.12.2018 waren in Tempelhof-Schöneberg 3.187 Menschen wohnungslos gemeldet und im Bezirk ersatzweise untergebracht, gab die zuständige Sozialstadträtin Jutta Kaddatz (CDU) auf eine Anfrage der grünen Bezirksverordneten jetzt bekannt. Fast 60 Prozent dieser Wohnungslosen leben als Elternpaare oder Alleinerziehende in familiären Verhältnissen mit Kindern. Und: Knapp die Hälfte aller Wohnungslosen muss ein Jahr oder länger in den Ersatzunterkünften ausharren, bis eine reguläre Wohnung bezogen werden kann.

Aferdita Suka: „Angesichts der Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt müssen wir uns auf einen mühsamen und langwierigen Kampf gegen die Obdachlosigkeit einstellen. Die derzeitigen Unterbringungsvarianten jedenfalls bedeuten für die Betroffenen viel zu oft eine unzumutbare Belastung und dabei gleichzeitig für den Bezirk unnötige Kosten. Darum muss der reale Bedarf an menschenwürdigen Ersatzunterkünften, in denen die Menschen unter Umständen notgedrungen auch längere Zeit verweilen werden, in einer sozialen Stadtplanung angemessen berücksichtigt werden. Dafür ist es jedoch unerlässlich, dass die Sozialverwaltung diesen Bedarf auch anmeldet. Jeder Tag, an dem das nicht geschieht, ist im Kampf gegen die Obdachlosigkeit ein verschenkter Tag.“