Eine Bibliothek für die Nachbarschaft an traditionsreichem Bücherort in Schönebergs Norden

Foto: von Boxberg
Foto: von Boxberg

Von 1897 bis 1936 residierte der S. Fischer-Verlag, damals wie heute einer der bedeutendsten deutschsprachigen Buchverlage, in der Bülowstraße 90, nun soll die traditionsreiche Bücherstätte zum neuen Standort der Gertrud-Kolmar-Bibliothek werden. Das fordern in einem gemeinsamen Antrag an die Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung die Fraktionen von Bündnis 909/Die Grünen und der SPD. In ihrem künftigen Domizil soll die Bibliothek dann zu einem Ort der nachbarschaftlichen Begegnung, der Integration und Inklusion entwickelt werden, heißt es in dem Antrag. Dafür würden am jetzigen Standort im ersten Obergeschoss der Sophie-Scholl-Schule alle Voraussetzungen fehlen.

Über rund 600 Quadratmeter soll sich die Bibliothek in ihren neu anzumietenden Räumen ausbreiten und müsste dazu auch direkt von der Straße aus zugänglich sein. Bei der Ausstattung sei darauf zu achten, dass zu den Aufgaben der Bibliothek auch die Stärkung der digitalen Kompetenz der Menschen im Kiez gehöre.

Bertram von Boxberg, für die Grünen im Kulturausschuss: „Am Standort Bülowstraße 90 befindet sich die Bibliothek noch in der Gebietskulisse des Quartiersmanagements Schöneberger-Norden und könnte damit auch Fördermittel der Europäischen Union erhalten. Wenn das Quartiersmanagement dann Ende 2020 ausläuft, könnte sie einige der Funktionen, die bisher das Quartiersmanagement ausfüllt, übernehmen. Deshalb ist es nur logisch, dass das Quartiersmanagement und die anderen sozialen Akteure des Kiezes an der Bibliotheksplanung angemessen beteiligt werden.“