Bezirksamt soll für familienfreundliche Arbeitszeiten sorgen

Das Bezirksamt trägt soziale Verantwortung nicht nur für die eigenen Angestellten, sondern auch für die Beschäftigten der Firmen, die in seinem Auftrag arbeiten. Deshalb fordert die Fraktion der Grünen in der Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung: Das Bezirksamt soll bei den Dienstleistungsverträgen mit Fremdfirmen darauf achten, dass die Arbeitszeiten dort möglichst familienfreundlich geregelt sind.

Aktueller Anlass für den grünen Antrag, den die Grünen in die kommende BVV-Sitzung einbringen: Die neuen Reinigungszeiten im Rathaus Schöneberg und anderen bezirkseigenen Gebäuden. Jahrelange Praxis war, dass diese Arbeiten am Morgen und in den Vormittagsstunden erledigt wurden. Nun gilt: Gereinigt von den Nachmittagsstunden bis in den späten Abend. Dadurch sei nun, so klagen viele Reinigungskräfte, ihr Familienleben erheblich beeinträchtigt. Für Väter und Mütter ist es bei diesen Zeiten kaum möglich, sich hinreichend um ihre Kinder zu kümmern.

Die grüne Bezirksverordnete Martina Zander-Rade: „In einer modernen Gesellschaft sollte allen Beschäftigten mehr Spielraum bei der Arbeitszeitgestaltung gegeben werden. Wissenschaftliche Studien als auch der Branchenreport der Gebäudereinigung selbst belegen dabei, dass die günstigste Arbeitszeit für die Beschäftigten der Morgen und der Vormittag sind. Da ist die Motivation und Zufriedenheit höher, das Ergebnis entsprechend besser. Unnötige Spätschichten dagegen führen zu Demotivation, vielfach zur Arbeitsunfähigkeit, deren Kosten dann die ganze Gesellschaft zu tragen hat. Deshalb sollte das Bezirksamt als Auftraggeber darauf achten, dass auch die Beschäftigten der Auftragnehmer in den Genuss arbeitnehmer- und familienfreundlicher Arbeitszeitregelungen kommen.“