Theater Morgenstern: Jetzt ist der Senat am Zug

Foto: Bertram von Boxberg
Foto: Bertram von Boxberg

Tempelhof-Schöneberg hat mit der Bewilligung von knapp 30.000 Euro Sondermittel für das Theater Morgenstern das drohende Aus für das renommierte Kinder- und Jugendtheater vorerst abgewendet. Für die dauerhafte Sicherung des Spielbetriebes im Rathaus Friedenau ist jetzt aber der Senat am Zug. Deshalb fordert die Bezirksverordnetenversammlung entsprechend einem von Grünen und SPD eingebrachten Dringlichkeitsantrag: Die Senatsverwaltung muss dem Theater Morgenstern endlich die dauerhafte institutionelle Förderung gewähren, wie sie auch andere privat betriebene Bühnen erhalten. Dafür soll sich das Bezirksamt lautstark einsetzen.

Denn die einmalig vom Bezirk bewilligten Sondermittel sind ausschließlich für eine neue Bestuhlung und die Einrichtung einer neuen Zuschauertribüne gedacht. Ohne diese Maßnahme hätte es schon aus Sicherheitsgründen demnächst keine Aufführungen mehr geben können. Der Bezirk habe damit getan, was im Rahmen seiner Möglichkeiten liegt, heißt es dazu in dem verabschiedeten Beschluss. Von den Theatermacher*innen selbst wurde auch klargestellt, dass mit diesen knapp 30.000 Euro noch keine Fortführung des Theaters gesichert ist.

Der grüne Fraktionsvorsitzende Rainer Penk: „Seit über 20 Jahren ist das Morgenstern mehr als nur ein fester Bestandteil der Tempelhof-Schöneberger Kulturszene. Seine Aufführungen ziehen Schulklassen aus ganz Berlin nach Friedenau, das Theater genießt einen herausragenden Ruf weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus. Da ist es nicht nachvollziehbar, warum ihm eine existenzsichernde Förderung bis heute vorenthalten bleibt.“

Stattdessen lebt das Morgenstern von der Hand in den Mund und die Theatermacher*innen müssen für jede neue Aufführung einen gesonderten Förderantrag aus den unterschiedlichen Töpfen stellen, das natürlich immer mit ungewissem Ausgang. Die Arbeitsbedingungen der engagierten Ensemblemitglieder sind unter diesen Umständen absolut prekär, auf Dauer ein unhaltbarer Zustand.

Für den 17. Dezember steht nun ein Gespräch zwischen den Morgensternbetreiber*innen und der Senatskulturverwaltung über eine mögliche dauerhafte Förderung auf dem Programm. Penk: „Der Bezirk hat deutlich gemacht, was er hier von Kultursenator Klaus Lederer erwartet. Als Kulturmetropole kann es sich Berlin nicht leisten, ein so renommiertes Projekt einfach seinem Schicksal und damit dem sicheren Ende zu überlassen.“