Theater Morgenstern vorerst gerettet – und muss nun dauerhaft gesichert werden

Foto: Bertram von Boxberg

Der Hauptausschuss der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg hat auf Initiative der rot-grünen Zählgemeinschaft einstimmig beschlossen, die noch für dieses Jahr zur Verfügung stehenden knapp 30.000 Euro Sondermittel an das Theater Morgenstern zu vergeben. Damit kann das im ehemaligen Rathaus Friedenau auftretende Theater eine angemessene Bestuhlung und Bühne anschaffen. Ohne Bestuhlung und Bühne wäre ein Weiterbetrieb aus Sicherheitsgründen in absehbarer Zeit nicht mehr möglich gewesen.

Elisabeth Kiderlen, kulturpolitische Sprecherin der grünen BVV-Fraktion: „Das Theater Morgenstern ist ein Kinder- und Jugendtheater, das Schulklassen aus ganz Berlin nach Friedenau zieht und sich einen herausragenden Ruf über die Grenzen unserer Stadt hinaus erarbeitet hat. Es mit der Bewilligung der Sondermittel vor dem Ende zu bewahren, war absolut notwendig.“

Mit den jetzt bewilligten Sondermitteln ist ein ist dauerhafter Spielbetrieb aber noch lange nicht gesichert. Kiderlen: „Die Sondermittel ermöglichen nur, die aus Sicherheitsgründen dringend erforderlichen Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Sie ändern aber nichts daran, dass das Theater von Aufführung zu Aufführung von der Hand in den Mund lebt und die Schauspieler*innen für Gagen auftreten, die weit unter den üblichen Sätzen liegen und selbst für die allgemein mageren Theaterverhältnisse kaum als Hungerlöhne zu bezeichnen sind.“

Das Problem: Anders als andere Privattheater erhält das Morgenstern keine institutionelle Förderung und muss es für jedes einzelne Projekt die benötigten Zuschüsse aus den unterschiedlichen Fördertöpfen beantragen und das immer mit ungewissem Ausgang. Elisabeth Kiderlen: „Mit der Bewilligung der Sondermittel hat der Bezirk gezeigt, wie wichtig ihm das Theater Morgenstern ist. Nun müssen wir mit der gleichen Deutlichkeit von der Senatsverwaltung einfordern, dass dem Theater endlich auch die existenzsichernde institutionelle Förderung gewährt wird.“