Bezirk muss Thomas-Dehler-Bibliothek dauerhaft sichern

Foto: von Boxberg
Foto: von Boxberg

Erst vor kurzem wurden die 18 Mitarbeiter*innen der Thomas-Dehler-Bibliothek für ihr Engagement mit einer Ehrennadel ausgezeichnet, doch die Zukunft der einzigen ehrenamtlich betriebenen Bezirksbibliothek in Berlin steht auf der Kippe. Nach amtlicher Rechnung erwirtschaftet die Einrichtung nämlich nur Verluste. Das lässt manche kommunalpolitischen Akteur*innen über eine Schließung der Bibliothek bzw. eine anderweitige Nutzung des Gebäudes in der Martin-Luther-Straße nachdenken. Darum fordern die Grünen in einem Antrag an die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg: Die Bibliotheksarbeit muss angemessen bewertet und die Zukunft der Bibliothek so auf eine wirtschaftlich sichere Grundlage gestellt werden.

Das Problem der Thomas-Dehler-Bibliothek: die seit 2015 geltende Kosten-Leistungs-Rechnung. Nach der dürfen der Bibliothek nur noch Ausleihen von Büchern und anderen Medien als „Leistung“ gutgeschrieben werden. Alle anderen Leistungen, wie Lesungen und Kulturveranstaltungen für den Kiez, werden nicht mehr angerechnet. Besonders paradox: Obwohl die Thomas-Dehler-Bibliothek bei der Medienausleihe sogar auf einen rechnerischen Gewinn von 30.000 Euro im Jahr kommt, macht sie bei dieser Bewertung trotz aller ehrenamtlichen Arbeit „Verluste“. Deshalb die konkrete Forderung der Grünen: Das Tempelhof-Schöneberger Bezirksamt soll sich beim Rat der Bürgermeister*innen dafür einsetzen, dass diese Kosten-Leistungs-Rechnung so abgeändert wird, dass die Thomas-Dehler-Bibliothek auch andere Leistungen als die reine Ausleihe wieder als „Produkte“ abrechnen kann.

Der grüne Bezirksverordnete Bertram von Boxberg, Vorsitzender des Kulturausschusses der Bezirksverordnetenversammlung: „Wie hier mit den ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen der Thomas-Dehler-Bibliothek umgegangen wird, ist gerade zynisch. Eine ehrenamtliche Bezirksbibliothek ist doch keine reine Verleihstation, sie ist ein Treff- und kultureller Mittelpunkt des Kiezes. Dafür gebührt ihr auch die gebührende Anerkennung der Politik.“