Tempelhof-Schöneberg setzt bei der Suchthilfe auf das „Konsummobil“

Rainer Penk, Vorsitzender
Rainer Penk, Vorsitzender

Vor allem rund um den Nollendorfplatz, am Bayerischen Platz oder an der Apostel-Paulus-Kirche, aber auch anderswo: Immer wieder finden Anwohner*innen auf den Spielplätzen und in den Grünanlagen gebrauchte Spritzbestecke und andere Spuren des Drogenkonsums. Ein großer Teil der Drogenszene hat sich nach Tempelhof-Schöneberg verlagert, die Folgen sind nicht mehr zu übersehen. Maßnahmen, mit denen der Bezirk jetzt dagegenhalten soll: Der Einsatz eines so genannten Konsummobils und das Aufstellen von Spritzenabwurfbehältnissen an bekannten Treffpunkten der Drogenszene, etwa am Nelly-Sachs-Park. Das beschloss auf einen von der rot-grünen Zählgemeinschaft und der Linken eingebrachten Antrag jetzt die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg.

So wollen Grüne, SPD und Linke nicht nur gesundheitsgefährdende Verunreinigungen von Spielplätzen und Grünflächen begegnen, sondern gleichzeitig die Grundlagen für eine systematische Suchtprävention und Ausstiegshilfe im Bezirk schaffen. Die Idee: Das Konsummobil bietet neben der hygienischen Konsummöglichkeit medizinisch-pflegerische Beratung, dokumentiert, an welchen Orten schwerpunktmäßig Drogen konsumiert werden und ermittelt so, wo man am besten einen Kontaktraum für Suchtkranke errichtet. Dazu soll ein noch zu entwickelndes System sicherstellen, dass Bürgerbeschwerden und die Meldungen von Fundorten von Drogenutensilien die Suchthilfekoordination des Bezirks unverzüglich erreichen.

Der grüne Fraktionsvorsitzende Rainer Penk: „In der Drogenhilfe gibt es in unserem Bezirk nur zwei Angebote an die Konsument*innen, das Olga in der Kurfürstenstraße, speziell für Frauen und Sexarbeiterinnen sowie eine Kirchengemeinde mit ihrer Suppenküche. Was uns fehlt, ist eine Verzahnung der einzelnen Angebote mit der Suchthilfe, ein strategisches Maßnahmenpaket gegen die Sucht. Dieses Maßnahmenpaket wollen wir jetzt schnüren.“