Teske-Schule: Senat setzt sich über die Pläne des Bezirks hinweg

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Mit der im neuen Schuljahr geplanten Weiterführung von „Willkommensklassen“ für Flüchtlingskinder in den Räumen der ehemaligen Teske-Schule setzt sich der Senat über die Bedenken von Flüchtlingshelfern und  Pädagogen als auch über den Willen der Tempelhof-Schöneberger Bezirkspolitik hinweg. Martina Zander-Rade, schulpolitische Sprecherin der grünen Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung: „Lehrergewerkschaft GEW und Helferorganisationen haben immer gefordert, die Kinder in normalen Schulen zu unterrichten, warnten davor, sie in einer Flüchtlingsschule zu isolieren und somit die Integration zu behindern. Außerdem braucht der Bezirk das Gebäude am Tempelhofer Weg wieder als reguläre Grundschule.“

Das vom Senat gewollte „Bildungszentrum für Geflüchtete“ als Unterrichtsstandort für zunächst rund 200 Flüchtlingskinder stand von Anfang an im Widerspruch zu den Plänen des Bezirks. Im Sommer 2017 hatte die BVV in einem von den Grünen eingebrachten Beschluss festgehalten: Die Grundschul-Planungen für das vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft genutzte Gebäude müssen Vorrang vor allen anderen Projekten haben. Inzwischen stehen die Mittel für die erforderlichen Baumaßnahmen sogar im Haushalt bereit.

Besonders verärgert ist die grüne Schulpolitikerin über die Kommunikationsstrategie der Senatsverwaltung. Martina Zander-Rade: „Am 20. April hatte die Senatsverwaltung die Möglichkeit, uns im Schulausschuss über ihr Vorhaben zu informieren und darüber zu diskutieren. Stattdessen erfuhren wir über die Medien von den Senatsplänen und wurden mal wieder vor vollendete Tatsachen gestellt. Von einem rot-rot-grünen Senat hätte ich mehr Kooperationsbereitschaft gerade gegenüber einem politisch von einer rot-grünen Zählgemeinschaft geführten Bezirk erwartet.“

Stefanie Remlinger, bildungspolitische Sprecherin der grünen Abgeordnetenhausfraktion, ergänzt: „Die Senatsschulverwaltung hat vor einem Jahr ein Konzept versprochen, wie die Flüchtlingskinder der Teske-Schule tatsächlich in normalen Schulalltag integriert werden können. Dieses Konzept fehlt immer noch, aber das Projekt soll mit all seinen Mängeln einfach fortgeführt werden. Das kann nicht funktionieren.“