Familien mit mehr Hebammen und Pflegern fördern

Aferdita Suka, FraktionsmitgliedMarius Feldkamp, FraktionsmitgliedMit dem Einsatz von qualifizierten Familienpflegern und mehr Familienhebammen sollen Kinder, Eltern und Alleinerziehende stärker als bisher unterstützt werden. In diese Richtung zielen zwei Anträge, die die grüne Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg jetzt in die BVV eingebracht hat.

Ein wesentliches Hindernis bei der Beschäftigung von Familienpflegern: die mangelhafte Bezahlung. Mit 20,81 Euro für jede bei der Familie verbrachte Stunde werden die Fachkräfte honoriert. Dafür sollen sie in Not geratenen Familien vor Ort mit Rat und Tat zur Seite stehen, auf Ernährung und Hygiene bei den Kindern achten, sie gegebenenfalls zur Schule bringen und mit ihnen die Hausaufgaben durchgehen. Für die notwendige Vor- und Nachbereitungszeit oder die Anfahrt gibt es nichts.

Der grüne Bezirksverordnete Marius Feldkamp: „Seit 1993 ist der Stundensatz in der Familienpflege um gerade einmal 40 Cent, die Preise durch die Inflation aber um knapp 50 Prozent gestiegen. Wir brauchen hier eine Entlohnung, die der Bedeutung der Arbeit gerecht wird. Pädagogische und pflegerische Fachkräfte werden händeringend gesucht. Wenn Stundensätze für eine Berufsgruppe über eine so lange Zeit stagnieren, wird sich kein Nachwuchs finden. Das Angebot wird aber weiterhin gebraucht, denn Hilfs- und Unterstützungsleistungen funktionieren dann am besten, wenn sie passgenau sind. Das Bezirksamt, das neben den Krankenkassen eine ambulante Familienpflege bewilligen kann, entscheidet nicht über die Stundensätze, kann sich aber gegenüber dem Senat dafür stark machen. Das soll es auch tun.“

Nachholbedarf sehen die Grünen auch bei Schaffung von weiteren Stellen für Familienhebammen. Die sollen sich insbesondere um Schwangere in schwierigen Lebensumständen kümmern, müssten dafür aber auch wirklich flächendeckend präsent sein können. Die grüne Bezirksverordnete Aferdita Suka: „Um das zu gewährleisten, müssen dringend neue Stellen geschaffen werden. Der Bezirk muss sich weiterhin beim Senat dafür einsetzen, dafür endlich die schon vielfach geforderten finanziellen Voraussetzungen zu schaffen.“