Nach tödlichem Unfall: Gefahren-Kreuzungen entschärfen

Nach dem tödlichen Unfall einer von einem Lkw erfassten Radfahrerin wird die Gefahrenstelle an der Kreuzung Haupt- Ecke Kolonnenstraße jetzt mit einer Reihe von Sofortmaßnahmen entschärft. Die Fraktion der Bündnisgrünen in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg fordert aber noch weitergehende Konsequenzen: Schließlich gibt es im Bezirk weitere gefährliche Kreuzungen, die nicht nur für den Radverkehr sicherer gestaltet werden müssten.

Der grüne Bezirksverordnete Bertram von Boxberg begründet den Antrag: „Viele Sicherheits-Maßnahmen der Vergangenheit waren zwar gut gemeint, in der Sache aber wirkungslos, schufen sogar nur eine gefährliche Schein-Sicherheit. Eine vorgezogene Fahrradaufstellfläche von 1,50 Meter Breite, wie wir sie an der Kolonnen-/Hauptstraße hatten, bringt zum Beispiel nichts, wenn sich der Radfahrer nicht auch noch im Sichtfeld der erhöhten Fahrerkabine eines 40-Tonners befindet, der Lkw vielleicht wegen einer Fahrbahnverengung noch einen Teil des Radstreifens mitbenutzen muss.“

Darum sollen nach Vorstellung der Grünen alle Kreuzungen, bei denen ein Fahrradschutzstreifen die Fahrspur des Kraftverkehrs verengt hat, auf ihr Gefahrenpotential untersucht werden. Die grünen Vorschläge für eine Verringerung der Gefahren: Verlängerung der vorgezogenen Fahrradaufstellflächen, getrennte Ampelschaltungen für motorisierten und für Radverkehr. Wo all das nicht möglich ist, sollte der Verkehr von Schwerlastern untersagt werden.

Dafür soll sich das Bezirksamt bei den zuständigen Stellen einsetzen, die Bezirksverordneten bis zur Sommerpause über das Erreichte unterrichten.