Faire Einkaufsliste nicht nur für die Schulen

Eine Schule will sich mit fair hergestellten und gehandelten Unterrichtsmaterialien eindecken, aber stößt bei der Umsetzung ihres guten Willens aber rasch an die Grenzen: Schulbedarf wird nämlich in der Regel in Sammelbestellungen über eine Beschaffungsliste des Landesverwaltungsamtes geordert. Ob der Ball für den Schulsport unter menschenwürdigen Bedingungen gegen angemessene Entlohnung hergestellt oder nicht doch wie die meisten im Handel erhältlichen Bälle in einer pakistanischen Hinterhof-Fabrik von Kindern zusammengenäht wurde, geht aus dieser Liste nicht hervor. Darum sagen die Grünen in der Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung: Berlin braucht eine Beschaffungsliste, die Fairtrade-Produkte eindeutig als solche ausweist.

Die grüne Bezirksverordnete Jessica Mroß: „Wir fordern von unserem Bezirksamt, dass es gegenüber der Senatsverwaltung auf die Erstellung einer solchen Liste drängt. Unser Bezirk hat den Titel einer Fairtrade-Town verliehen bekommen und wenn wir diesen Titel verteidigen wollen, müssen wir uns auch über unsere Bezirksgrenzen hinaus für die Verbreitung fair hergestellter und gehandelter Produkte stark machen.“

Nach Auffassung der Grünen sollte die faire Einkaufsliste alle Arten von Büro- und Toilettenartikel, Lebensmittel, insbesondere aber Spielwaren und Sportartikel umfassen. Das würde helfen, die „fairen Produkte“ am Markt zu stärken – und deren Einkauf nicht allein für Tempelhof-Schöneberger Schulen oder Ämter preisgünstiger zu machen.