Equal-Pay-Day: Hissen der Equal-Pay-Fahne für gleiche Bezahlung von Mann und Frau

Copyright: ZaRa

 

Copyright: ZaRa

Mit dem Hissen der Equal-Pay-Day-Flagge vor dem Rathaus Schöneberg will der Bezirk ein Zeichen für die Gleichstellung von Mann und Frau setzen. Der Einladung von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und der Gleichstellungsbeauftragten Julia Selge folgten am Freitag Vertreterinnen des Frauen- und Mädchen-Netzwerkes Tempelhof-Schöneberg sowie Martina Zander-Rade und Jessica Mroß von der grünen Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung.

Die grüne Fraktionsgeschäftsführerin und stellvertretende BVV-Vorsteherin Martina Zander-Rade: „Dass an diesem wichtigen Tag des Kampfes um die Gleichstellung die Equal-Pay-Flagge vor dem Rathaus gehisst wurde, da Bürgermeisterin Schöttler sich aus dringenden Gründen entschuldigen musste, ist insbesondere unserer Gleichstellungsbeauftragten Julia Selge zu verdanken. Schade aber, dass die anderen Fraktionen nicht vertreten waren.“

Der Equal-Pay-Day soll auf die Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern aufmerksam machen. In der Bundesrepublik verdienen nach wissenschaftlichen Untersuchungen Frauen noch immer 21 Prozent weniger als Männer. Martina Zander-Rade: „Diese Ungleichheit ist aber nicht nur auf schlecht bezahlte so genannte typische Frauenberufe zurückzuführen. Ich selbst zum Beispiel werde in meinem Beruf zwar bezahlt wie ein Mann, habe aber als dreifache Mutter immer bewusst Teilzeit arbeiten wollen, um allen Herausforderungen gerecht zu werden. Dennoch wird auch meine Rente später entsprechend geringer ausfallen. So kämpfen wir weiterhin für eine Politik, der es wirklich um die Gleichstellung geht und auch das Problem der Altersarmut von Frauen entschieden angeht.“

Jessica Mroß: „Selbst bei gleichwertiger Arbeit erhalten Frauen 6 % weniger Lohn als Männer. Bei dem deutschen Durchschnittslohn von ca. 37.000 € macht das jährlich über 2.200 € weniger auf dem Lohnzettel. In Island und Frankreich zum Beispiel müssen daher Arbeitgeber­_innen künftig von sich aus nachweisen, dass sie Männern und Frauen auf den gleichen Posten mit den gleichen Aufgaben dasselbe Gehalt bezahlen – sonst droht eine Geldstrafe. Das wäre auch in Deutschland ein wichtiger Schritt zur Gleichbehandlung. Es kann nicht sein, dass bei uns trotz Entgelttransparenzgesetz (in Betrieben ab 200 Mitarbeiter_innen) Frauen die Beweislast der Diskriminierung haben. Das macht das Einklagen von Gleichbehandlung praktisch unmöglich.“

 

Impressionen:

 

Copyright: ZaRa
mit Frau Selge, Gleichstellungsbeauftrage des Bezirksamts TS, Copyright: ZaRa