Den Akazienkiez mit dem Drogenproblem nicht allein lassen

Spielplatz Merseburger Straße Copyright: ZaRa

Die Verlagerung der Drogenszene in die Gegend um die U-Bahnhöfe Eisenacher Straße und Bayerischer Platz und in den Akazienkiez führt für die Anwohner zu Belastungen, mit denen sie nicht allein gelassen werden dürfen. Unerträglich sind vor allem die Zustände auf den Spielplätzen des Kiezes, wo von Eltern bzw. Erziehern und Erzieherinnen immer wieder gebrauchte Spritzen und andere Utensilien des Drogenkonsums gefunden werden. Dagegen seien endlich alle Ebenen der Bezirks- und Landespolitik gefordert, meinten Rainer Penk, Fraktionsvorsitzender der grünen Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung, und seine Stellvertreterin Martina Zander-Rade nach einem Treffen mit einer Vertreterin der Nachbarschaftsinitiative „clean kiez“.

Der Vorstand des Kinderladens Affentheater in der Merseburger Straße und Vertreter von „clean kiez“ hatten sich zuvor mit einem Brief an die Tempelhof-Schöneberger Grünen als auch an die bündnisgrüne Stadträtin Christiane Heiß gewandt und um Unterstützung beim Kampf gegen die dortigen Verhältnisse gebeten. Das war dabei nicht der erste Hilferuf aus der Region. Bereits im November hatten die Eltern der Barbarossa-Schule in einem Schreiben an Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler auf die Drogenproblematik hingewiesen und vom intensiven Drogenhandel in unmittelbarer Nähe der Schule berichtet.

Tatsächlich ist inzwischen auch einiges geschehen. An erster Stelle steht nach Meinung der Grünen dabei das bürgerschaftliche Engagement von „clean kiez“ und den Anwohnern, die immer wieder in eigener Regie die Spielplätze säubern. Auch das von Stadträtin Christiane Heiß geführte Ordnungsamt hat die Säuberungsintervalle bis an seine Kapazitätsgrenze verkürzt. Der Spielplatz in der Merseburger Straße ist derzeit „picobello“, so die Vertreterin von clean kiez. Sie bedankte sich bei dem heutigen Vororttermin auch bei der Stadträtin Heiß für ihr sofortiges Handeln.

Martina Zander-Rade: „Um das Problem auch in Zukunft in den Griff zu bekommen, müssen alle Möglichkeiten geprüft werden. Dazu gehört auch eine vorurteilsfreie Diskussion um die Aufstellung mobiler Fixerstuben und Abfallbehälter für benutzte Spritzbestecke, wie es von der Nachbarschaftsinitiative vorgeschlagen wurde. Das Ziel kann jedenfalls nicht sein, die Drogenszene zu verdrängen, damit sie sich dann in einem anderen Kiez etabliert.“

Und Rainer Penk ergänzt: „Letztlich ist auch ein verstärkter Einsatz der Polizei vor Ort erforderlich. Dafür muss sich der Bezirk gegenüber der Senatsinnenverwaltung einsetzen.“