Spreewald-Grundschule: Der Wachdienst ist nötig, löst die Probleme aber nicht

Copyright: Bertram von Boxberg
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Dass die Spreewald-Grundschule sich jetzt gezwungen sieht, gegen die Gewaltvorfälle einen Wachdienst einzusetzen, kann nicht wirklich überraschen. Offensichtlich sah die Schulkonferenz keine andere Möglichkeit, mit den Folgen einer verfehlten Sparpolitik früherer Jahre fertig zu werden. Die Ursachen für die Zustände lassen sich aber nicht durch den Wachdienst beseitigen. Dafür bedarf es verstärkter pädagogischer Bemühungen, des Einsatzes von Familienhelfern und Schulpsychologen, für den die Senatsverwaltung endlich die erforderlichen Mittel bereitstellen müssen.

Diese Konsequenz fordern Marius Feldkamp und Martina Zander-Rade, die jugend- bzw. schulpolitischen Sprecher der grünen Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg nach den jüngsten Ereignissen um die Schule in der Pallasstraße. Feldkamp und Zander-Rade: „Der Wachdiensteinsatz kann nur eine vorübergehende Notlösung sein. Aber er kann der Schule die notwendige Ruhe verschaffen, die sie benötigt, um mit besserer personeller und materieller Ausstattung gegen die Ursachen der Spannungen in der Schülerschaft und unter den Angehörigen wirksam vorzugehen. Wir werden in der Bezirksverordnetenversammlung die Schritte einleiten, um der Schule bei ihren Gesprächen mit der Senatsverwaltung den Rücken zu stärken.“

Die Probleme der Schule seien aber letztlich in der Schule allein nicht zu lösen. Maßnahmen der Jugendhilfe wie Hilfen zur Erziehung seien ein entscheidender Faktor. Gegenwärtig sei das Jugendamt jedoch hoffnungslos unterbesetzt, angesichts der schlechten Bezahlung und unattraktiven Arbeitsbedingungen fehle es auch hier an qualifizierten Fachkräften. „Dieser Mangel trifft Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunktgebieten wie dem Viertel rund um die Pallasstraße besonders stark“, sagt Feldkamp. Hier müsse sich der Bezirk gegenüber dem Senat für eine Verbesserung stark machen.

Grundsätzlich sehen die beiden fachpolitischen Sprecher die Zukunft der Spreewald-Grundschule aber optimistisch: „Der jetzt dort eingesetzte Wachdienst ist der, der auch an Neuköllner Schulen aktiv ist. Und dort ist es immerhin gelungen, durch ein Bündel von Maßnahmen in einem sozialen Brennpunkt aus einer früheren Problemschule, wie z.B. der Rütli-Gemeinschaftsschule, ein Leuchtturm-Projekt zu machen.“